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Wie toxisch sind Shooter? Streamerin wird aus CS:GO-Match gekickt, weil sie eine Frau ist

Die Streamerin xoQueenScar wird aus einem CS:GO-Match gekickt, weil sie sich im Voice Chat als Frau zu erkennen gibt. Leider ist dieses toxische Verhalten kein Einzelfall in Online-Games.

Dass einige Videospiel-Communities ziemlich toxisch sein können, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Auch, dass besonders Frauen viele Kommentare und Beleidigungen aushalten müssen, ist leider nichts Neues. Die Streamerin “xoQueenScar” hat in ihrem CS:GO-Spiel mal wieder ein Paradebeispiel von Toxicity gegenüber Frauen erleben müssen.

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Was ist der Streamerin passiert?

xoQueenScar ist 19 Jahre alt, heißt mit echtem Namen Scarlett und spielt in ihrem Stream hauptsächlich die Shooter Counter-Strike: Global Offensive und VALORANT. Am 25. Juli war sie auf ihrem Kanal live und spielte Ranglisten-Matches in CS:GO.

In einem ihrer Games gab sie direkt zu Beginn der ersten Runde einen Callout (Informationen über die Positionen der Gegner) über den Sprachchat. Daraufhin fragte einer der Mitspieler, ob er da ein Mädchen höre, ein anderer schimpfte, sie solle aus seinem Spiel verschwinden. Wenige Sekunden später wurde sie per Votekick aus dem Spiel geworfen. Der Grund dafür: Sie ist eine Frau.



Die Votekick-Funktion in CS:GO ist eigentlich dafür gedacht, Spieler aus dem Match zu schmeißen, die absichtlich verlieren, das Spiel behindern oder cheaten. Doch zu dem Zeitpunkt zu dem Scarlett gekickt wurde, hatte die Runde gerade erst begonnen. Es gab daher keinen rationalen Grund sie aus dem Spiel zu werfen. Dieser Fakt, zusammen mit den gehässigen Kommentaren, zeigt ziemlich deutlich, dass ihr Geschlecht der einzige Grund war, aus dem sie gekickt wurde.

Das ist nicht das erste Mal, dass sie eine solche Erfahrung macht. Auf ihrem TikTok-Account ist das Video mit dem Titel “Why CS:GO isn’t for women Pt. 3” versehen.

Viele Frauen machen ähnliche Erfahrungen

Viele weitere Frauen machen ebenfalls jeden Tag ähnliche Erfahrungen in Videospielen, besonders wenn es sich um Shooter handelt, bei denen die Nutzung des Sprachchats verhältnismäßig wichtig ist.

Die YouTuberin “Spawntaneous” startete beispielsweise schon 2018 eine Videoreihe mit dem Titel “OMG a Girl”, in der sie Aufnahmen zusammenschneidet, in denen sie beim Spielen von ihren Mitspielern sexistisch beleidigt oder belästigt wird. Die Videoreihe hat inzwischen 28 Teile, was nur unterstreicht, dass das Problem fortlaufend und tiefgreifend ist.

Neben Spawntaneous und xoQueenScar zeigen viele weitere Streamerinnen immer öfter, mit welchen Nachrichten oder Teammates sie sich rumschlagen müssen.

Während die meisten Fans oder Zuschauer schockiert über das Verhalten der Mitspieler sind, gibt es unter Scarletts Video, welches sie auch bei TikTok postete, dennoch einige Kommentare, die das Verhalten der gezeigten Mitspieler unterstützen und abfeiern. Wieder andere sind der Meinung, ein solches Verhalten sei normal und sogar noch verhältnismäßig freundlich. Man müsse sich dessen einfach bewusst sein, wenn man Online-Games spiele, heißt es immer wieder.

 

Wie wirkt sich die Toxicity auf Spielerinnen aus?

Während vereinzelte Kommentare möglicherweise noch ausgeblendet werden können, fällt es deutlich schwerer, wenn man in jedem Spiel immer wieder auf Menschen trifft, die aufgrund des Geschlechts diskriminieren, beleidigen oder belästigen.

Seine Mitspieler stummzuschalten, ist auf Dauer keine Lösung. Denn um erfolgreich zu spielen, ist es besonders bei taktischen Shootern wie VALORANT und CS:GO essentiell, mit seinen Teamkollegen zu kommunizieren und sich auszutauschen. Außerdem berichtet Reddit-Userin und VALORANT-Spielerin “rilesss3” in einem Beitrag darüber, dass ihre toxischen Mitspieler anfingen das Spiel zu sabotieren, nachdem sie sie aufgrund von sexistischen Kommentaren stummgeschaltet hatte.

 

Einige Frauen greifen daher in diesen Spielen inzwischen zu Voice-Changer-Programmen, die ihre Stimme so verändern, dass sie sich männlicher anhört. Andere verzichten einfach darauf, den Voice-Chat zu benutzen, weil sie zu unsicher sind oder keine Lust auf sexistische Anmerkungen haben. Die Reddit-Userin “BunnyLovesApples” teilt in ihrem Beitrag ihren Unmut darüber, dass es überhaupt nötig ist, zu solchen Maßnahmen zu greifen.

Aber ist das wirklich langfristig hilfreich? Müssen Frauen sich in Videospielen verstellen oder zurückstecken, wenn sie von gehässigen oder unangebrachten Kommentaren verschont bleiben wollen? Das sollte nicht definitiv nicht die Lösung sein.


Habt ihr schon ähnliches Verhalten erlebt? Schreibt es uns auf FacebookTwitter oder Discord! Gebt uns hier auch gerne Feedback zu unserer Website!

Bildquelle: Counter-Strike: Global Offensive, Reddit, Twitch
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