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Verkauft Riot Games seine Seele? Megadeal mit Krypto-Börse wirft Fragen auf

Die nordamerikanische LoL-Profiliga LCS kündigt eine Partnerschaft mit der Krypto-Börse FTX an. Das Geschäft folgt nur wenige Monate, nachdem FTX bereits ein Sponsoring mit dem LCS-Team TSM eingegangen ist.

 

Wenige Wochen nach der Namenspartnerschaft zwischen Team SoloMid (TSM) und der Krypto-Börse FTX zieht auch die nordamerikanische LoL-Liga LCS nach. Die Partnerschaft, die ein neuer Meilenstein für die Franchise-Liga von Riot Games sein könnte, wurde am Dienstag offiziell verkündet.

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Der Siebenjahres-Vertrag mit FTX repräsentiert laut der Verkündung “die größte Sponsoring-Vereinbarung”, die Riot Games jemals für eine Esport-Liga unterzeichnet hat. Entsprechend ist dieser Vertrag als neuer Megadeal mit einer hochdotierten Millionensumme zu bezeichnen. Bereits der im Juni beschlossene Vertrag zwischen FTX mit TSM ist mit einhergehenden 210 Millionen US-Dollar als bisher größtes Sponsoring eines einzelnen Unternehmens in die Esport-Geschichte eingegangen.

Das Abstruse daran: Nachdem das nordamerikanische Team TSM diesen Deal mit der Absicht landete, seinen Teamnamen in TSM FTX umzuändern, ließ Riot Games dies nicht als offiziellen Namen in der Liga durchgehen. Der Name steht nun lediglich auf TSMs Social-Media-Kanälen und öffentlichen Webseiten, nicht aber in der Liga selbst.

Riot Games habe im Gegensatz zu TSM die Möglichkeit, im Stream eingebundene Logos und Schriftzüge von FTX für Länder zu entfernen, in denen Kryptowährungen streng reguliert oder gar verboten sind.

Kritik für die Partnerschaft bekommt der Entwickler gemeinsam mit der LCS prompt. Denn die Scheinheiligkeit nach dem Namensverbot gegenüber TSM wird mit dem eigenen Deal schnell zum sarkastischen Bumerang.

Der Post von “EsportsTalk”-Journalist Jake Lucky und diverse Reaktionen via Twitter zeigen die offensichtliche Missgunst zu dieser Partnerschaft. Krypto-Börsen bieten vieldiskutierte Spekulationsmöglichkeiten, die auch mit dem Thema Glücksspiel verglichen werden. Feste Einordnungen und staatlich anerkannte Studien zu diesen neuen Investment-Arten liegen jedoch nicht vor – vielmehr werden Kryptowährungen als mögliche Anlagealternativen zur staatlichen Rente angesehen.

In der LCS wird das FTX-Branding passenderweise rund um das Thema Gold zu sehen sein. Dazu sollen Informationen zur gesammelten Ingame-Währung bereitgestellt werden, wozu das Gold der Spieler und des Teams gehören. Auch der “LCS Most Improved Player”-Award wird von FTX gesponsert.

FTX ist mit ihren FTX-Tokens eine der bekanntesten Kryptowährungen. Innerhalb des letzten Monats handelte das Unternehmen mit etwa zwei Milliarden Euro. Im laufenden Jahr hat sich FTX bereits häufiger mit Sponsoring-Deals in der Sport- und Entertainment-Branche engagiert.

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Bildquelle: Riot Games/FTX