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Über 300.000 Dollar für Oma? Wie ein LoL-Coach seine Spieler verarschte

Der ehemalige Cheftrainer der League of Legends US-Mannschaft Team SoloMid soll seine Position ausgenutzt haben, um sich zu bereichern.

Aus Verdacht auf „unethisches Verhalten“ und wegen eines vermuteten „Interessenkonflikts“ wurde der TSM-Coach Peter Zhang im März 2022 gefeuert.

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Eine interne Untersuchung der internationalen Anwaltskanzlei Simpson Thacher & Bartlett LPP hat die Befürchtungen jetzt bestätigt. Der chinesische League of Legends-Coach hat Spielergehälter abgezweigt und geliehenes Geld in Höhe von über 300.000 Dollar nicht zurückgezahlt.

Doch wie genau kam er an das Geld?


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Die Auto-Masche

Der Spieler SwordArt hatte den Trainer vergangenes Jahr gebeten, ein Auto für ihn zu verkaufen, da er zurück nach Asien wollte. Zhang stimmte dem zu und verkaufte den Wagen für 80.000 Dollar. Den Erlös aus dem Verkauf erhielt SwordArt vorerst aber nicht. Erst als er drohte, seinen ehemaligen Coach bei den Behörden anzuzeigen, erhielt er einen Teil des Geldes, etwa 35.000 Dollar. Bis heute ist der Restbetrag von 45.000 Dollar nicht bezahlt worden.

 

Die Oma-Masche

Von acht Spielern und Mitarbeitern, für die er unter anderem auch als Manager verantwortlich war, wollte er sich Beträge zwischen 1.500$ und 22.000$ leihen. Als Grund nannte er unter anderem die Behandlung seiner Großmutter in China. Zwei Spieler liehen ihm in Folge dessen insgesamt ca. 15.000 $. Inzwischen hat er ca. 10.500 $ zurückgezahlt.

Im März diesen Jahres wurde das Unternehmen auf Zhangs Bitten um Darlehen aufmerksam und ergriff sofortige Maßnahmen. Unter anderem wurden mehrere bereits geplante Überweisungen zurückgenommen. Durch die prompte Reaktion des Unternehmens wurde die Überweisung von etwa 54.000 $ verhindert. Etwa 4.500 $ wurden bis heute nicht zurückerstattet.

 

Die Trainer-Masche

Zhang soll als Vermittler für Finanztransfers zwischen Spielern und Unternehmen in ihrem Heimatland China fungiert haben und insgesamt etwa 250.000 Dollar an Gehaltszahlungen von zwei TSM-Spielern für sich selbst und Dritte abgezweigt haben. Darüber hinaus kam die Anwaltskanzlei zu dem Schluss, dass Zhang nicht im besten Interesse der Organisation handelte. In ihrem Bericht heißt es:

Wir haben Beweise für andere Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Herrn Zhangs Rolle bei der Anwerbung von Spielern aus China festgestellt. Insbesondere könnten bestimmte Empfehlungen von Herrn Zhang an TSM durch persönliche Vorteile motiviert gewesen sein,
auch im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Gehaltsabzweigung, anstatt die besten Spieler für das Team zu rekrutieren.

Rechtfertigung des Trainers

Zhang räumte ein, das Geld aus dem Autoverkauf behalten zu haben und versprach, es zurückzuzahlen. Er bestritt aber, einen Anteil an den Spielergehältern genommen oder bestimmte Spieler für den Kader ausgewählt zu haben, um dies zu erleichtern.

Die Versuche der Vermittler, direkt mit Peter Zhang zu sprechen waren erfolglos, da der ehemalige TSM-Trainer behauptete, sein Internet und seine Telefonleitung seien  unzuverlässig. Zhang meinte allerdings, dass er nach Rücksprache mit seinem Rechtsbeistand für ein Interview in der Zukunft offen sei.

Die Ermittlungen in dem Fall wurden nun an das FBI zur Untersuchung weitergeleitet.


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Bildquelle: Riot Games
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