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Geleakte EA-Dokumente – Voller Fokus auf Ultimate Team und Pay2Win

Die Kritik an Electronic Arts und den FIFA-Modus Ultimate Team wird weiterhin angeheizt. Ein Insider hat interne Dokumente mit Plänen des nordamerikanischen Unternehmens geleakt.  

Ein anonymer Insider hat der Canadian Broadcasting Corporation (CBC) ein mehrseitiges Dokument mit internen Informationen von EA für FIFA 21 geleakt. Der Sender veröffentlichte zwei Seiten davon, in denen EA interne Pläne für FIFA 21 Ultimate Team vorlegt.

EA-Leak: „Alle Straßen führen zu FUT

Die Informationen zeigen, dass EA die volle Fokussierung auf FIFA Ultimate Team richtet: „FUT ist der Eckpfeiler und wir tun alles dafür, um die Spieler dorthin zu drängen.“ Ein weiterer Punkt im geleakten Dokument heißt: „Alle Straßen führen zu FUT“. Dahinter steckt eine simple Erklärung. In anderen Modi wie beispielsweise Karriere sollen Teaser für Ultimate Team zu sehen sein und somit die Aufmerksamkeit für FUT erhöhen, um dadurch mehr Spieler zu gewinnen und an FUT zu binden.

In den geleakten Dokumenten positioniert sich EA klar zum Ultimate-Team-Modus. (Quelle: CBC)

Laut dem Insider, der mit CBC sprach, sei das Grinding für Münzen in FIFA absichtlich langweilig gestaltet und sorge dafür, dass Spieler aller Altersgruppen eher dazu tendieren, Geld für Packs auszugeben. Es ist zwar theoretisch möglich, jeden Spieler zu bekommen. Allerdings ist das nicht innerhalb eines Jahres ohne zusätzlichen Geldaufwand möglich. „Du wirst lernen, dass es lange dauert, Münzen zu verdienen und du wirst ziemlich schnell frustriert sein“, sagt der Insider dem Sender CBC.

Statements von EA sollten zu dem Medienbericht nicht lange auf sich warten lassen. Die geleakten Dokumente wurden nicht als Fälschungen deklariert oder anderweitig die Existenz des Inhalts dementiert. Allerdings fühlt sich EA von dem kanadischen Nachrichtensender missverstanden.

EA-Statement: Wir achten darauf, die Ausgaben nicht zu fördern

“Ein Medienbericht über FUT hat wichtige Informationen und Kontext ignoriert. Das Ergebnis ist eine sensationalisierte Geschichte mit einer Missinterpretation der Fakten”, heißt es in der offziellen Stellungnahme von EA. “Wir ‘drängen’ die Leute nicht dazu, um Geld in unseren Spielen auszugeben. Wenn wir solche Möglichkeiten anbieten, achten wir sehr darauf, die Ausgaben nicht über das Verdienen im Spiel hinaus zu fördern, und die Mehrheit der FIFA-Spieler gibt niemals Geld für Gegenstände im Spiel aus.“

Mittlerweile weiß EA, dass Vorsicht bei Anpreisungen für FUT und dem Kauf von FIFA Points geboten ist. Vergangenes Jahr bewarb der Publisher den Kauf von FIFA Points in Spiele-Katalogen für Kinder und zog die Werbung nach heftiger Kritik zurück.

Video: Was das? So trickst FIFA mit Glücksspiel

Der Insider fügt gegenüber CBC hinzu, dass EA mit Hilfe von Anwälten über Jahre hinweg immer darauf verwies, dass der FUT-Modus optional sei und es keinen Zwang gebe, Geld dafür auszugeben. „Und trotzdem sagen sie in ihren Dokumenten, dass es ‚unser Ziel ist‘. Wir wollen die Leute zum Kartenpack-Modus drängen“, so der Insider. Der Pay2Win-Faktor des Spiels wird vor allem von Esportlern arg kritisiert, die jedes Jahr ohne Geldeinsatz nicht mit den Besten mithalten können.

Nichtsdestotrotz erzielt EA mit Ultimate Team den größten Umsatz des Unternehmens. Während über 300 Millionen FIFA-21-Spiele verkauft wurden, befindet sich der FUT-Modus grundsätzlich in einer anderen Dimension. Für Mikrotransaktionen in Sportspielen wie FIFA und Madden erwirtschaftete EA im Jahr 2019 knapp 1,5 Milliarden US-Dollar Gewinn.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist es ein normaler Schritt für EA, die Umsatzzahlen von FIFA Ultimate weiter zu erhöhen. Allerdings werfen die Formulierungen in den geleakten Dokumenten ein weiteres finsteres Licht auf den Publisher. Erst im März kamen Informationen ans Tageslicht, die auf den illegalen Verkauf von Prime-Moment-Icons durch einen EA-Mitarbeiter hindeuten.

Der FUT-Modus ist aufgrund der zufälligen Inhalte der Packs (Loot-Boxen) regelmäßig mit dem Vorwurf konfrontiert, ein Glücksspiel zu sein und wäre entsprechend nicht für Minderjährige geeignet. In Belgien ist der Kauf von Lootboxen bereits verboten und auch weitere Länder wollen nachziehen. In Deutschland könnte sich aufgrund der kommenden Jugendschutzreform ebenfalls eine Beschränkung von FIFA Ultimate Team ereignen.

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Bildquelle: EA Sports

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