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Cloud9 Dota 2

Gambit mit Katowice-Überraschungssieg – Diese Underdogs sorgten für große Esport-Märchen

In jeder Sportart gibt es sie - die Geschichten, die das Herz berühren und Unmögliches wahr machen. Auch der Esport hat seine eigenen Wunder. Ein paar davon haben wir zusammengestellt.

Was für eine Überraschung! Underdog Gambit Esports setzt sich im Finale gegen Virtus.pro mit 3:1 (16:16; 16:6; 16:4; 16:7) durch und holt den CS:GO-Sieg bei der IEM Katowice 2021.

Dabei war das russische Team schlecht in das Turnier gestartet. Im Auftaktspiel gegen Evil Geniuses hatte das Roster rund um Abay “Hobbit” Khassenov keine Chance und musste anschließend durchs Lower Bracket. Danach lief es aber für Gambit – unter anderem schaltete das Team Favorit NaVi mit Top-Star S1mple aus und erkämpfte sich so den ersten großen Erfolg nach dem Major-Sieg 2017.

 

Ein Märchen, wie es im Buche steht. Davon gibt es im Esport aber einige. Wir zeigen euch die fünf größten Underdog-Stories der letzten Jahre.

 

Mit Sieben zum Pokemon-Champ

Es ist die vielleicht rührendste Geschichte des vergangenen Jahres. Bei den internationalen Ozeanien-Meisterschaften 2020 in Pokemon Schwert und Schild trumpfte Simone Lim groß auf – und das mit gerade einmal sieben Jahren!

Sie schlug Justin Miranda-Radbord, den Gewinner vom 2019, im Finale. Und spätestens mit dem Interview nach der Siegerehrung gewann sie die Herzen aller Fans und schrieb so ihr eigenes Märchen. 5.000 US-Dollar und einen Platz bei der Weltmeisterschaft im August gab es oben drauf. Diese musste aufgrund der Corona-Pandemie aber leider abgesagt werden und wurde in 2021 verschoben.

Der Sieg aus dem Nichts: OG beim The International 2018

Wenn ein Sieg für den Satz “alles ist möglich” steht, dann ist es der Run von OG beim The International 2018 in Dota 2. Das Team war vor der Weltmeisterschaft schon nicht in Form und dazu kamen noch zwei frische Wechsel.

Anathan “ana” Pham hatte ein Jahr lang kein Team und wurde reaktiviert. Der Finne Topias “Topson” Taavitsainen spielte bis dato nur auf Amateurebene. Eigentlich hatte das Quintett auf dem Papier keine Chancen beim wichtigsten Dota-Event des Jahres.

Doch am Ende gewann OG Spiel um Spiel, zockte sich in einen Rausch und bejubelte im Finale ein umkämpftes 3:2 nach Maps. Der Lohn: elf Millionen US-Dollar für das Team! Im Jahr drauf konnte OG dann übrigens als erstes Dota 2-Team überhaupt den Titel verteidigen.

Der fulminante Endspurt einer Underdogstory, die es so wohl auf der großen Bühne nie wieder geben wird.

NA lebt! Cloud9 holt sich zuhause das CS:GO-Major

In Counter-Strike ist es das lebende Meme: EU (Europa) steht für alles Gute und NA (Nordamerika) kriegt nichts gebacken. Doch im Jahr 2018 stellte ein Team diese Rangordnung auf den Kopf.

Beim ELEAGUE Major in Boston war es Cloud9, das wider Erwarten groß aufspielte. Schon in der New Challengers Stage zeigten drei Siege, wie heiß C9 auf die große Arena war.

So richtig geglaubt hat dennoch niemand an die Nordamerikaner. Und dann stand das Team nach zwei Niederlagen in der Gruppenphase der letzten Stage schon mit dem Rücken zur Wand.

Doch es folgte ein Siegesrausch vom Außenseiter, den viele bis heute nicht begreifen: Siege gegen G2 (2:0), Ex-Weltmeister SK Gaming (2:1) und im Finale gegen das Superteam von FaZe sorgten in der K.o.-Phase für die Sensation. Ein 500.000 US-Dollar schwerer Sieg vor heimischer Kulisse. Und der B Hold von Stewie2K gehört sicherlich zu den CS-Momenten, die wenige vergessen.

Das Team danach verteilte sich in viele Ecken und aktuell sind nur noch Tarik “tarik” Celik (EG) und Jake “Stewie2K” Yip (Team Liquid) in der Weltspitze vertreten.

Für das eigene Land: Taipei Assassins bei den Worlds

Taiwan ist eine Hochburg für Esport, viele gute Spieler in diversen Titel kommen von dort. Doch 2012 gab es ein Team, was seiner Heimat eines der größten Esport-Geschenke machte: den Sieg der Worlds in League of Legends.

In ihrer Region waren die Mannen um Wang “Stanley” June-Tsan 2012 schon das Maß aller Dinge. Dennoch ist der Sprung zu den Worlds noch einmal groß. Per Losverfahren vermieden die Taiwanesen die Gruppenphase und spielten sich dann in den K.o.-Runden heiß.

Erster Gegner waren die Koreaner von NaJin Sword, die sich in den Gruppen in die Favoritenrolle spielten. Trotzdem hieß es 2:0 für die Assassinen. Sie wurden zum Angstgegner der großen Namen.

Danach trafen sie auf Moscow Five. Trotz Niederlage in Match 1 kam das Team zurück und bezwang den absoluten Turnierfavoriten. Im Finale brauchten die Taipei Assassins nach dem 0:1 ebenfalls ein Comeback. Das gelang und sie sicherten sich mit dem 3:1 den Worlds-Erfolg und eine Millionen US-Dollar.

Es ist vielleicht der wichtigste Esport-Erfolg, den Taiwan je eingefahren hat und der Sieg hat seitdem eine große Strahlkraft auf die Nation. Die großen weiteren Erfolge blieben für das Lineup aber aus, im Sommer 2018 wurde der Großteil dann ausgewechselt.

An den Erfolg erinnern wird sich aber sicher jeder LoL-Fan aus Taiwan.

 

Endlich ein Europäer! Serral mit dem perfekten StarCraft-Jahr

Joona “Serral” Sotala ist Zerg-Spieler in StarCraft 2. Und 2018 war er unangefochten der beste Spieler der Welt. Startend mit dem ersten Platz bei der WCS in Leipzig, über die Stops in Austin, Valencia und Montreal machte er klar, dass das sein Jahr sein wird.

Doch bei den Global Finals werden Karten in der Regel neu gemischt. Und gerade in StarCraft gibt es ein Land, das eigentlich keiner schlagen kann: Südkorea.

Dark, Rogue und Stats hießen am Ende die Kontrahenten in der K.o.-Runde, nachdem sich der Finne schon in der Gruppe ohne Niederlage durchsetzte. Alle drei kamen aus dem SC2-Land schlechthin. Noch nie gewann ein “Foreigner”, ein Nicht-Koreaner, die Weltmeisterschaft im Strategiespiel.

Doch auch Stats im Finale konnte dem perfekten Jahr nichts in den Weg stellen. Serral gewann am Ende 4:2 nach Matches. Das Bild von ihm mit der Trophäe und den Tränen ist fester Bestandteil der weltweiten Esport-Geschichte.

Fehlt euch ein Event? Was sind eure Esport-Märchen? Schreibt es uns über Facebook, Twitter oder Instagram.

Bildquelle: Helena Kristiansson (Blizzard) / Valve

 

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