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Was ist los, VALORANT? Auf Hype folgt Sehnsucht nach großen Events

 

Vom absoluten Hype-Titel des Jahres geht VALORANT den klassischen Weg der Neuankömmlinge. Der Shooter von Riot Games steht erst am Anfang, sich zu einer festen Esport-Größe zu etablieren.

Der Ansturm auf VALORANT war groß, als im April dieses Jahres die Closed Beta begann. Ein medialer Hype herrschte um den vermeintlich neuen Hauptkonkurrenten von Counter-Strike: Global Offensive.

Nach enormen Zuschauerzahlen auf Twitch herrscht ein Fragezeichen

Vor allem die Kooperation mit der Streaming-Plattform Twitch ermöglichte es, Millionen von Spielern für VALORANT zu interessieren. Dank zufälliger Beta-Keys, die für das Zuschauen eines offiziell hinterlegten VALORANT-Streams vergeben wurden, schossen Rekordzahlen empor. So erreichte der neue Shooter laut Twitchtracker am 7. April eine Zuschauerbestzahl in der Spitze von 1.726.074.

Quelle: Twitchtracker

Fast drei Millionen Spieler waren während der Closed Beta täglich in VALORANT aktiv. Das berichtete Riot Games. Derzeit ist die Spielerzahl unbekannt und kann nicht genau eingeschätzt werden. Vor allem aufgrund der unterschiedlichen regionalen Server in Europa, Amerika und Asien lässt sich nur schwer ein treffender Wert ermitteln.

Andererseits ist die Zahl der Zuschauer auf Twitch ein Indikator für ein mögliches Ende des Hypes: Über zwei Monate nach Beginn der Closed Beta schauen deutlich weniger Fans VALORANT-Streams auf der beliebten Plattform. Logischerweise konnten die Zahlen in Millionenhöhe zum Hype-Höhepunkt nicht gehalten werden, allerdings sind 50.000 Zuschauer im Durchschnitt weniger als fünf Prozent des Rekordhochs.

Turnierszene im Aufbau – Weltmeisterschaft unbekannt

Großes Interesse als Esport erweckt VALORANT trotz zurückgehender Zuschauerzahlen. Zahlreiche Esportler, davon größtenteils ehemalige CS:GO-Profis, haben sich VALORANT verschrieben. Dementsprechend spiegelt sich dies auch in den Ambitionen von Riot Games wider, ein nachhaltiges Ökosystem um das Spiel herum aufbauen zu wollen.

Zwar steht eine VALORANT-WM oder eine Franchise-Liga wie in LoL noch nicht im Raum, immerhin hat Riot Games aber bereits mit Drittanbietern die erste offizielle Turnierserie „Ignition Series“ begonnen, um den Grundstein für ein erstes Zeichen in der Wettkampflandschaft zu legen. Das macht Hoffnung auf mehr. Denn große Turniere vom Kaliber wie die LoL Worlds, CS:GO Major-Turniere oder das The International in Dota 2 könnten in Zukunft offenbaren, welchen Stellenwert VALORANT im Esport erreichen kann.

Riot Games bemüht sich um kontinuierliche Arbeit mit Struktur

Durch das aufgebaute LoL-Universum ist die Erwartungshaltung an Riot Games in der Gaming-Welt groß. Vor allem weil sich der Entwickler auch in spielstarken sowie zuschauerreichen Ländern wie Südkorea und China etabliert hat, bietet VALORANT einen Shooter mit Millionen von täglichen Spielern. Das ist anders als beispielsweise in Valves First Person Shooter CS:GO, der in den vergangenen Jahren hauptsächlich in Europa und Amerika gespielt wurde. Währenddessen wurde in Asien auf andere Shooter wie CrossFire gesetzt oder sich dem Blizzard-Titel Overwatch gewidmet, in dem Südkorea als stärkste Nation gilt.

Mit zusätzlichen Modi wie dem Spike Rush soll VALORANT für mehr Abwechslung sorgen. Zudem ist Riot Games wie in League of Legends darauf bedacht, innerhalb weniger Tage aufgetauchte Bugs und Glitches auszumerzen sowie Änderungen an den Fähigkeiten der Agents vorzunehmen. Vor allem der direkte Kontakt mit der Community hilft den Entwicklern, das Spiel nach und nach zu verbessern.

Ranked-Modus und Streamer sorgen für Aufmerksamkeit

Das Competitive Matchmaking und Ranking sind in dieser Woche angekündigt worden und bringen unabdingbare Möglichkeiten für Spieler, sich für die Profiszene zu empfehlen. Streamer wie shroud oder auch der Deutsche Trilluxe beziehen derweil ihre Community ein und sorgen dafür, dass es auch für Casual-Gamer weiterhin Anreize gibt.

Gameplay-Highlights von Profis und Streamern erhöhen zusätzlich die Nachhaltigkeit sowie Aufmerksamkeit des Spiels. Zudem sorgen vielfältige Analysen dafür, dass sich die individuellen Fähigkeiten der Spieler verbessern, um VALORANT kontinuierlich weiterzubringen.

Beispielsweise erklärt der YouTuber „Click Heads“, wer in seinen Augen der vermeintlich beste Jett-Spieler der Welt ist. Mit konkreten Beispielen zum Spielstil von Brandon „Ace“ Winn von NRG esports zeigt er, wie der Agent effizient eingesetzt werden kann.

VALORANT steht am Anfang einer Esport-Reise mit viel Potential. Ein Selbstläufer wird dies allerdings nicht. Sollte Riot Games die Turnierstruktur weiterhin ausbauen, sodass sich internationale Profi-Turniere entwickeln und in Events wie Weltmeisterschaften münden, kann der Sprung zu einem etablierten Titel gelingen. Der Anfang ist getan. Dennoch ist ein monate-, wenn nicht sogar jahrelanger Entwicklungsweg notwendig, um in die Hemisphären von League of Legends oder CS:GO vorzudringen.

Was braucht VALORANT auf dem Weg zu einem nachhaltigen Esport-Titel? Schreibt es uns auf Social Media oder direkt bei Discord!

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Bildquelle: Riot Games