2. Februar 2020
World of Warcraft

Warcraft III: Refund – Blizzard steht massiv in der Kritik

Der Launch von Warcraft III: Reforged gilt unter den Spielern als Katastrophe. In den sozialen Medien macht sich der Unmut der Community breit. Viele enttäuschte Fans fordern nun eine Rückerstattung.

Das Remake von Warcraft III ist in den Augen der Fans nichts anderes als ein Desaster.  Neben zahlreichen Bugs sorgen Verbindungs- und FPS-Probleme für Stirnrunzeln in der Community. Blizzard hatte die Wiederauflage am vergangenen Mittwoch veröffentlicht (esports.com berichtete) und große Erwartungen und Vorfreude bei den Anhängern der Serie geschürt.

Darüber hinaus war die Spielerschaft gezwungen, einen 30 Gigabyte großen Patch herunterzuladen – unabhängig davon, ob Reforged nun gekauft wurde oder nicht. Damit gehört die klassische Version des Spiels der Geschichte an, was ebenfalls für große Empörung in der Community sorgt.

Viel versprochen – wenig gehalten

Auf der BlizzCon 2018 wurde Reforged angekündigt. Ein Jahr sollte die Entwicklung dauern, doch die Beta Ende 2019 zeigte, dass das Spiel noch lange nicht fertig war.

Die Entwickler verschoben die Veröffentlichung auf den 28. Januar 2020. Kritiker bezweifelten, dass der zusätzliche Monat tatsächlich zu einem vorzeigbaren Spiel führen würde.

Tatsächlich kommt die jetzige Version des Remakes mit vielen Einschränkungen. 2018 wurden für den Story-Modus etwa noch aufwändig animierte Zwischensequenzen versprochen. Die im folgenden Video verlinkte Szene wurde beispielsweise bei der Ankündigung des Titels vorgeführt, fehlt allerdings in der Version, die nun veröffentlicht wurde.

Zwar enthielt der erste Blick auf Reforged den Vermerk, dass sich die finale Version von der gezeigten unterscheiden könne. Dass dieses groß beworbene Feature sich aber so stark von der tatsächlichen Fassung unterscheidet, wollen viele Fans Blizzard nicht verzeihen.

Klatsche auf Metacritic und Co.

WC3: Reforged befindet sich auf der Bewertungsplattform Metacritic im freien Fall. Am Freitag nach der Veröffentlichung ergab sich aus knapp 5.300 Kritiken ein User Score von 0,9 von 10. Da das Thema mittlerweile stark emotional aufgeladen ist, sollte diese Wertung jedoch mit Vorsicht genossen werden. Nach esports.com-Tests ist das Produkt spielbar, wenn auch nicht ganz wie vom Hersteller versprochen.

Auch in den Reddit-Foren zu dem Spiel finden sich zahlreiche Beiträge von enttäuschten Fans. Gleichzeitig melden User des Blizzard-Threads, dass sie für Kritik am Spiel gebannt worden sein sollen. Viele Spieler fordern aktuell daher eine Rückerstattung ihres Geldes und wollen WC3 nicht mehr spielen.

Laut der Spielenews-Seite N4G bannt Blizzard-Nutzer im hauseigenen Forum, die erklären, wie ein Refund möglich ist. Dies ist jedoch laut Widerrufsrecht bis zu 14 Tage nach dem Kauf möglich und wenn das Spiel nicht gestartet wurde. Wer also bereits vor einem Jahr vorbestellt hat, muss sich mit dem Kauf abfinden.

Reforged noch nicht am Ende

Aller Kritik zum Trotz kann sich das Spiel immer noch weiterentwickeln. Der Launch von Reforged ist nicht der einzige, der zu Anfang nicht optimal verläuft. 2012 gingen die Spieler auf die Barrikaden, als die Server beim Start von Diablo 3 über Stunden nicht erreichbar waren.

Auch der Launch von World of Warcraft: Classic im August 2019 rief viel Kritik hervor, als Blizzard nur wenige Server für zehntausende Spieler bereitgestellt hatte. Back2Warcraft, ein Projekt, dem die Szene über Jahre treu blieb (auch als Blizzard noch keine Pläne für ein Remake hatte), mahnt dazu, das Thema nicht unnötig aufzublasen.

Dass das Spiel laut Back2Warcraft eine Enttäuschung sei, stehe außer Frage. Allerdings habe die Szene schon viele Schläge erlebt und sei immer noch da. Immerhin kann der Entwickler noch nachbessern und mit Patches Inhalte nachliefern.

Wie sind eure Erfahrungen mit Warcraft III: Reforged?
Bildquelle: Blizzard Entertainment
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