6. November 2019
FIFA

Teams für 6.000 US-Dollar: FIFA-20-Profis kritisieren FUT-Modus

Tausende Euro ausgeben, um in FIFA 20 konkurrenzfähig zu sein? Die Pay2Win-Diskussion beschäftigt auch anderthalb Monate seit dem Release die FIFA-Szene. Profi-Spieler reagieren nach wie vor mit Unverständnis.

FIFA 20 wurde im September mit Spannung erwartet und sollte alles besser machen als der Vorgänger. Allerdings hat der Vorwurf in der FIFA-Community schnell die Runde gemacht, dass mittlerweile mehrere tausende Euro nötig seien, um in kurzer Zeit ein Topteam in FIFA Ultimate Team aufzubauen – und somit bei Spitzenwettbewerben überhaupt eine Chance zu haben.

Der Topspieler Ivan “BorasLegend” Lapanje hatte die Echtgeld-Debatte vor einer Woche weiter vorangetrieben. Für den Teamkapitän der schwedischen eNationalmannschaft sei die Einschränkung auf ein Gesamtrating im Team von 86 keine wirkliche Limitierung.

BorasLegend demonstrierte mit einer Mannschaft um Messi, Neymar und drei Ikonen, wie stark ein 86er-Team aussehen kann. Zu dem Zeitpunkt der Aufnahme hat diese Konstellation von Topspielern einen Wert von 20 Millionen FIFA Coins und ist somit umgerechnet tausende Euro wert.

Sind das faire Bedingungen? Das verneint der deutsche Profi Tim „Tim Latka“ Schwartmann von Schalke 04 so. „Die Beschränkung auf ein 86er-Rating halte ich nicht für sinnvoll – das bestmögliche Team unter diesen Bedingungen kostet umgerechnet etwa 6.000 US-Dollar“, so der deutsche VBL-Spieler.

FUT ist seit dem Debüt bei FIFA 09 ein ungemein wichtiger Bestandteil der bekannten Sportsimulation. Dementsprechend ist das Interesse der Community groß, dass eine Balance zwischen Investition, Spielspaß und Chancengleichheit besteht. Allerdings schwankt die Freude über FIFA 20 derzeit ins Negative. „EA möchte eigentlich mit den Beschränkungen den Vorteil durch Echtgeld verhindern. Deshalb kann ich die Entscheidung grundsätzlich nicht verstehen“, so Tim Latka weiter.

Der Pay2Win-Faktor spielt nach wie vor eine Rolle und sorgt für gemischte Gefühle. Einige Profis halten sich in dieser Hinsicht sogar bedeckt. Beispielsweise wollte sich der amtierende Deutsche Meister Michael „MegaBit“ Bittner auf Anfrage von esports.com nicht über das kritische Thema öffentlich äußern.

Tim Latka hat derweil einen Lösungsansatz für die Zukunft: „Als Spieler sollten wir meiner Meinung nach auch schon für die Qualifikationen Zugang zu jedem Ingame-Spieler bekommen. Dann bräuchte man sein eigenes Team nur für die Weekend League – als guter Spieler kann man auch ohne den Einsatz von Echtgeld 27+ Siege erreichen. Der Pay2Win Faktor wäre damit kaum gegeben.“

Bildquelle: Futbin/Screenshot
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