7. May 2019
League of Legends

Riot Games: Mitarbeiter demonstrieren gegen Zwangsschlichtung

Riot Games wird seinem Namen in vielerlei Hinsicht gerecht. Mit der millionenschweren Vermarktung des MOBA-Titels League of Legends sorgt der Entwickler immer wieder für positive Schlagzeilen. Die Schattenseiten des Gaming-Riesen sind allerdings nicht weit entfernt. Mittlerweile scheint der Konflikt mit den Arbeitnehmern zu eskalieren.

Knapp 200 Mitarbeiter haben sich am Montag auf dem Parkplatz vor dem Riot Games-Studio im kalifornischen Santa Monica versammelt, um gegen ihren Arbeitgeber zu demonstrieren. Im Fokus steht die fortlaufende Anschuldigung zu Riot Games über Diskriminierung und sexueller Belästigung mehrerer Frauen innerhalb des Unternehmens. Fälle vor Gericht dürften laut einer Vertragsklausel nicht eröffnet werden.

Angestoßen wurde der Konflikt von einem Enthüllungsbericht der Online-Plattform Kotaku am 7. August 2018. Zudem brach die LCS-Schiedsrichterin Ronnie “RiotKidRonnie” Blackburn gleichzeitig ihr Schweigen und sprach öffentlich über sexuelle Diskriminierung einiger weiblicher Mitarbeiterinnen – sie eingeschlossen – bei Riot Games. Seitdem häuften sich die Anschuldigungen bei dem League-of-Legends-Entwickler. Zahlreiche Klagen folgten.

Allerdings eskalierte der Streit erst vor wenigen Tagen. Riot Games verwies auf eine Schlichtungsklausel im Arbeitsvertrag, welche das rechtliche Vorgehen der Arbeitnehmer gegen das Unternehmen untersagt. Anliegen dieser Art müssten laut Klausel außerhalb des Gerichtssaals mit Riot persönlich geklärt werden.

Diplomatisch wollte Riot Games einen Aufstand verhindern. “Sobald der Rechtsstreit gelöst ist, werden wir allen neuen Rioters die Entscheidung geben, die Schlichtung für sexuelle Belästigung und sexuelle Übergriffe abzulehnen”, so Riot Games in einem offiziellen Statement am 3. Mai. Allerdings beinhaltet diese Regelung nicht bereits laufende Prozesse.

Mit dieser Argumentation wollten sich die Mitarbeiter jedoch nicht zufriedengeben und haben sich dazu entschlossen, auf dem Riot-Campus zu demonstrieren. Auch bei der Protestbewegung hielt Ronnie Blackburn eine Ansprache. “Wir wollen ein Ende des systematischen Schweigens der Mitarbeiter und einen fairen Prozess für die derzeitigen Kläger”, sagte sie. Gefordert wird somit vor allem, dass es überhaupt keine Schlichtung dieser Art geben darf. Die Betroffenen sollen selbst wählen können, wie sie rechtlich gegen Missbrauch vorgehen.

Einige Personen zogen bereits Konsequenzen, egal wie dieser Streit enden wird. Yoko Colby, Associate Creative Lead, kündigte bereits ihren Arbeitsvertrag bei Riot Games. Sie verlor den internen Prozess. Yoko Colby sagte gegenüber espn: “Ich habe das Gefühl gehabt, was mir und anderen Frauen widerfahren ist, hatte keine Rolle gespielt. Ich hatte keine Rolle gespielt. Ich will keine bestimmten Leute auf dem Campus sehen, die von Riot vor Konsequenzen geschützt werden.”

Sollten in Zukunft die Mitarbeiter von Riot Games vor das Gericht ziehen, könnte sich dieser Vorgang zum Präzedenzfall für die Gaming und Technologie-Industrie entwickeln. Denn es war bis dato keine Seltenheit, dass Zwangsschlichtungsklauseln genutzt wurden, um Belästigungen intern zu besprechen und nichts davon an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen.

Bildquelle: Riot Games

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