11. Februar 2020
ESPORTS

Preisgeldjäger – das verdienen die Superstars der bekanntesten Esport-Titel: Platz 10-1

FIFA, Hearthstone, WoW – das sind nur drei Titel, deren Topverdiener es nicht in die Top 10 geschafft haben. Auf Platz 10-1  zeigen wir euch, mit welchen Esport-Titeln Millionen gescheffelt wurden.

Die Plätze 20-11 haben ja schon einige Überraschungen bereitgehalten. Das war aber noch gar nichts! Wir zeigen euch, wer es in den letzten Jahren so richtig hat krachen lassen. Das sind die Spitzenverdiener in Esport-Titeln, bei denen es um mehr als ein paar hunderttausend Dollar geht.

Die Liste umfasst ausschließlich die gewonnen Turnier-Preisgelder. Etwaige Teamgehälter, Sponsoringgelder, Streamingeinnahmen usw. werden nicht mit einbezogen.

10. Warcraft III – Jang „Moon“ Jae Ho – $555.000

17 Jahre – so lange spielt “Moon” schon Warcraft III. Klar, dass sich in der Zeit einiges an Preisgeldern angesammelt hat. 2003 gewann der Koreaner seinen ersten großen Titel. $8.000 gab es für den 1. Platz in der MBC Sonokong Prime League. Über die Jahre hat er seinen Fußabdruck auf den Siegertreppchen aller relevanten WC3-Wettbewerbe hinterlassen. Ein Karriere-Highlight war der Sieg auf den Game-X 2007. Für den ersten Platz gab es knapp 40.000 US-Dollar – bislang das höchste Preisgeld, das der Progamer abräumen konnte.

Nachdem Moon von 2010 – 2012 parallel Warcraft III und Starcraft II professionell gespielt hatte, kehrte er dem Esport für kurze Zeit den Rücken. Wie alle Südkoreaner musste er den zweijährigen Militärdienst antreten. Doch seit 2015 widmet sich Moon wieder voll und ganz Warcraft III. Wenn der Nachtelf-Spieler heute bei einem Turnier antritt, gehört er immer noch zum Favoritenkreis. So auch beim 2020 Chinese New Year Cup ($3.500), den er souverän gewann. Durch den Release von Warcraft III: Reforged und eine neue Turnierreihe ist für den 33-jährigen Moon auch nach 17 Jahren Warcraft III sicher noch nicht ans Karriereende zu denken.

Warcraft 3 Profi Moon auf den World Cyber Games 2019
Warcraft III Progamer Moon freut sich seit 2003 über Preisgelder. Bildquelle: World Cyber Games
9. Halo 5: Guardians – Tony „Lethul“ Campbell – $580.000

Nicht wenige behaupten, dass Tony “Lethul” Campbell der größte Halo-Spieler aller Zeiten ist. Der Amerikaner hat so ziemlich alle wichtigen Titel im Halo-Universum gewonnen. Seine größten Erfolge sind sicherlich die Siege bei den Halo-Weltmeisterschaften von 2016 und 2017. Fast $400.000 haben ihm die beiden Titel zusammen eingebracht. Zu den $580.000 aus Halo 5 gesellt sich noch ein netter Nebenverdienst von $100.000 aus Siegen bei Turnieren in Halo 2, 3, 4 und Halo Reach.

8. Playerunknown’s Battleground – Bak “Loki” Jeong Yeong– $760.000

Der Entwickler von PUBG lädt seit 2017 jedes Jahr zur PUBG Global Championship. “Loki” und seine Mitspieler “Esth3r“, “Taemin” und “Pio” konnten das Turnier 2019 gewinnen und nahmen 2,3 Millionen US-Dollar mit nach Korea. Dadurch, dass Loki die Weltmeisterschaft schon 2018 mit anderen Teammates gewinnen konnte, steht er mit $760.000 Turnierpreisgeldern unangefochten an der Spitze der PUBG-Spieler.

7. Call of Duty – Damon „Karma“ Barlow – $805.000

Karma“ ist ein echter CoD-Experte. Egal, ob Black Ops, Modern Warfare, Ghosts oder World War II – in jeder Spielversion hat der Kanadier Preisgelder eingesammelt. Der 26-Jährige ist bis heute der einzige Spieler, der den Call of Duty Weltmeistertitel verteidigen konnte.

Karma COD-Champion
Karma zu seiner Zeit bei Optic Gaming. 600.000$ gewann das Team 2017 in der COD World League. Bildquelle: Twitter

Immer wieder holte sich Karma mit verschiedenen Teams große Turniersiege (u.a. World League Championship 2017: $150.000; Call of Duty Championship 2013: $100.000; MLG World Finals 2015: $53.000) Kein Wunder also, dass er es mit knapp über $800.000 an gewonnenen Preisgeldern in die Top 10 schafft.

6. Starcraft II – Cho “Maru” Seong Ju & Joona “Serral” Sotala – je $810.000
Starcraft 2 Profi Maru mit der WESG 2017 Trophäe
Maru mit der WESG 2017 Trophäe. $200.000 gab es für diesen Turniersieg. Bildquelle: WESG

Starcraft – das ist doch das Spiel, das nur Koreaner dominieren, oder? Ja – so war es zumindest über die letzten 20 Jahre. Sowohl Starcraft: Brood War als auch die Fortsetzung Starcraft II, kannten eigentlich nur koreanische Champions.

Maru” ist der erfolgreichste von ihnen. Mit gerade einmal 13 Jahren gab er sein Debüt in der wichtigsten koreanischen Starcraft-Liga, der GSL. Bis heute hat er unzählige Rekorde aufgestellt. Hervorzuheben ist sicherlich, dass er es als erster Spieler geschafft hat, die Global Starcraft League vier mal hintereinander zu gewinnen (jeweils $40.000 Preisgeld). Seinen größten Gehaltscheck nahm er von den World Electronic Sports Games 2017 mit nach Hause: 200.000 Dollar gab es für den ersten Platz.

Je nach Umrechnungskurs liegt der 22-Jährige Koreaner ein paar tausend Dollar vor oder hinter einer der größten Esport-Überraschungen der letzten Jahre: Joona “Serral“ Sotala. Der Finne mischt die Szene vor allem seit 2018 mächtig auf. Er gewann als erster Nicht-Koreaner die World Championship Series auf der Blizzcon 2018 und nahm alleine dafür knapp 300.000 Dollar aus Anaheim mit nach Hause. Nicht unwahrscheinlich also, dass der 21-Jährige aufgrund der jüngsten Ergebnisse demnächst alleine an der Spitze der Preisgeldjäger in Starcraft II steht.

Serral mit der BlizzCon Trophäe
Serral mit der BlizzCon-Trophäe. Auf der Jagd nach der ersten Starcraft-Millionen gleichauf mit Maru. Bildquelle: Twitter/Ence
5. Shadowverse – “Feg”– $1 Mio.

Shadowverse – was ist das? Das werden sich an dieser Stelle sicher auch einige eingefleischte Esport-Fans fragen. Eins ist klar: es ist die große Überraschung in dieser Liste. Shadowverse ist ein Kartenspiel mit ähnlichem Spielprinzip wie Hearthstone, das für Mobilgeräte entwickelt wurde. Vor allem in Japan ist das Spiel sehr beliebt. Der Publisher hat mit dem Shadowverse World Grand Prix 2018 eines der höchstdotierten Esport-Turniere der Welt ins Leben gerufen. 1,3 Millionen Dollar Preisgeld gab es insgesamt zu verteilen. Das Besondere: Eine Millionen Dollar gehen an den Sieger. Schon Platz 5 darf sich nur noch auf – im Vergleich “mickrige“ – 5.000 Dollar freuen. Der Japaner Feg konnte das Turnier gewinnen und war auf einen Schlag Millionär. Nennenswerte Erfolge konnte er seitdem nicht mehr vorweisen. Bei dem Shadowverse World Grand Prix 2017 und 2019 ging es jeweils nur um etwa 100.000 Dollar. 

4. League of Legends – Lee “Faker” Sang Hyeok– $1,25 Mio.

Der 23-Jährige Koreaner ist der erste Esport-Superstar, der schon während seiner aktiven Karriere in die Esport Hall of Fame aufgenommen wurde. Nicht nur das unterstreicht seinen Superstar-Charakter. 2017 hatte er die höchsten Zuschauerzahlen auf Twitch.tv und schloss lukrative Werbedeals ab. Aber vor allem seine sportlichen Erfolge formten Fakers Superstar-Image. Die MVP-Auszeichnung bei der Weltmeisterschaft 2016, mehrere Weltmeistertitel, Intel Extreme Masters Siege u.v.m. zeigen, dass die SK Telecom T1-Legende der womöglich größte LOL-Spieler aller Zeiten ist. Zumindest sein gewonnenes Preisgeld belegt das auch faktisch: 1,25 Mio Dollar machen ihn zum einzigen League of Legends Preisgeld-Millionär.

3. Counter-Strike: GO – Andreas “Xyp9x” Hojsleth– $1,75 Mio.

Xyp9x hier alleine zu nennen, wäre fast schon falsch. Er und seine dänischen Teamkameraden vom Team Astralis sind DIE Topverdiener der Counter-Strike Welt. “Dupreeh“, “Dev1ce“, “Gla1ve“, “Magisk” und eben “Xyp9x” haben so ziemlich jedes wichtige CS:GO Turnier der jüngeren Vergangenheit für sich entscheiden können (IEM Katowice, ESL Pro League, Starladder, Intel Grand Slam) und haben sich so alle über 1,5 Mio. Dollar erspielt. Xyp9x sticht mit früheren Erfolgen, u.a. als er für Team Dignitas & Solomid gespielt hat, ein wenig heraus und kommt auf gewonnene Preisgelder in Höhe von 1,75 Mio. US-Dollar.

CS:GO Team Astralis
Xyp9x (2.v.r.) gehört mit seinem Team zu den absoluten Spitzenverdienern im Esport. Bildquelle: Astralis
2. Fortnite – Kyle “Bugha” Giersdorf – $3,01 Mio.

Was würdet ihr machen, wenn ihr drei Millionen US-Dollar auf einen Schlag gewinnt? Diese Frage wird sich Kyle Giersdorf spätestens nach seinem Sieg bei den Fortnite World Cup Finals 2019 gestellt haben. Denn diese Summe räumte der 16-Jährige Teenager mit seinem unerwarteten Erfolg bei der ersten Fortnite-Weltmeisterschaft ab. Nicht schlecht – vor allem, weil Bugha vor diesem Turnier allerhöchstens mal hier und da ein wenig Preisgeld gewonnen hatte. 5.000 Dollar gab es mal für den ersten Platz beim Trios Crash Cup 3. Nach seinem Megaerfolg gab sich der US-Amerikaner bescheiden. Er wolle so viel wie möglich von dem Geld sparen, sagte der Fortnite-Champion kurz nach dem Weltmeistertitel.

Kyle “Bugha” Giersdorf Fortnite World Champion 2019
Kyle “Bugha” Giersdorf ist der Fornite-Weltmeister 2019. Mit 16 Jahren ist er schon Gaming-Multimillionär. Bildquelle: Bugha
1. Dota 2 – Johan “N0tail” Sundstein – $6.88 Mio.

Es ist das Event des Jahres im Esport: The International. 2019 ging es für die 18 qualifizierten Teams um insgesamt 34 Millionen Euro Preisgeld – Rekord! Noch nie gab es bei einem Esport-Turnier mehr Geld zu gewinnen. Der 26-Jährige Däne Johan Sundstein konnte das größte Turnier der Welt mit seinem Team OG sogar zwei mal in Folge gewinnen (2018, 2019). Durch eine lange und erfolgreiche Esport-Karriere, die schon im Jahr 2012 beim Team Fnatic begann, sichert sich der Dota-Veteran den Titel des bestverdienensten Esportlers aller Zeiten. Preisgeldeinnahmen: 6.9 Mio. US-Dollar.

Johan “N0tail” Sundstein Dota 2 Topverdiender und The International Champions
Johan “N0tail” Sundstein ist der erfolgreichste Esportler aller Zeiten. Bildquelle: The International

Trivia: Der deutsche Esportler mit dem meisten gewonnenen Preisgeld ist übrigens Dota 2-Spieler Kuro „Kuroky“ Takhasomi. 5.1 Mio. US-Dollar sicherte er sich durch konstante Topplatzierungen bei großen Events, z.B. dem Sieg bei The International 2017. Damit steht er noch weit vor dem Topverdiener unseres zweitplatzierten Spiels. Die Top 40 der bestverdienenden Esportler mit dem meisten Preisgeld besteht übrigens aus 37 Dota- und drei Fortnitespielern. Wer also ordentlich Preisgeld abräumen möchte, sollte schnellstmöglich versuchen Dota-Profi zu werden.

Wie sagt ihr zur Top10? Habt ihr die Plätze 20-11 schon gesehen? Waren viele Überraschungen dabei? Wünscht ihr euch in nächster Zeit häufiger Top-Listen?Lasst es uns auf allen Social-Media-Kanälen wissen.

Bildquelle: Riot

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