19. März 2019
League of Legends

Mission Titelverteidigung – Wie sich Fnatic aus der Krise kämpfte

Fnatic war noch nie ein Team, das einen starken Start hinlegte. In der ersten Saison der höchsten europäischen League of Legends-Liga, der LEC, brauchte das Team aber besonders lange und erreichte mit nur zwei Siegen und sechs Niederlagen ein neues Tief. Doch dann begann Fnatic eine Aufholjagd wie nie zuvor.

Neues Team – neue Probleme

Die Spieler und das Management hatten zu Anfang der neuen Saison mit einigen Abgängen kämpfen. Midlaner Rasmus “Caps”Winter, der beste Spieler Europas, verließ die Organisation und wechselte zum Erzrivalen G2 Esports. Außerdem ging auch Erfolgstrainer Dylan Falco, der Fnatic zum Vizeweltmeister machte. Er ist nun beim FC Schalke 04.

Als Lösung beförderte die Organisation Co-Trainer Joey “YoungBuck” Steltenpool zum Cheftrainer und als Midlaner verpflichtete man Tim “Nemesis” Lipovsek, ein Rookie aus Slovenien

Die Katastrophe in den ersten Wochen

In den ersten Wochen bekleckerte sich Fnatic aber nicht unbedingt mit Ruhm. Im Gegenteil: Sieben Niederlagen in Neun Spielen musste das Team hinnehmen.

Der Spielstil der Gegner war zu schnell für Fnatic, das eher im späteren Spiel aufblüht. Außerdem wurde schnell klar, dassNeuzugang NemesisStarspieler Caps nicht ersetzen kann.

Das liegt weniger am fehlenden Potenzial, sondern daran, dass das Team zu dem Zeitpunkt noch nicht eingespielt ist.Jungler Mads “Broxah” Pederson konnte dahernicht über die Mitte spielen und so auf der ganzen Karte Druck ausüben, wie es die Mannschaft in der Vergangenheit tat.

Als Alternative hätte sich Broxah auf andere Kollegen verlassen können, diese liefen allerdings ihrer Form, die sie noch zur Weltmeisterschaft hatten, hinterher.

Individuelle Fehler und mangelnde Vielfalt

Die Botlane von Starspieler Martin “Rekkles” Larsson und Support Zdravets “Hylissang” Galabov litt unter individuellen Fehlern und die Toplane war durch die gewählten Champions vom restlichen Spiel ausgeschlossen. Tanks wie Sion und Urgot sind im späteren Verlauf zwar stark, haben aber zu Beginn wenig Einfluss.

Hinzu kamen Probleme bei der Auswahl der Champions, die zu wenig Synergie oder zu viele Schwächen in die Aufstellung brachten.

Wie Fnatic den Schalter umlegte

Fnatic schaffte es allerdings, sich in der fünften Woche zu fangen – und drehte die gesamte Saison.

Das lag vor allem an der neu gefundenen Synergie des Teams und einem klaren Spielplan für die frühe Phase. Die Profis konnten so ihre individuelle Stärke zeigen. Zusätzlich spielten auch die Updates, die Entwickler Riot Games während der Saison veröffentlichte, dem Team stark in die Karten.

Die Toplane-Meta hat sich vollständig geändert und unterstützt nun den aggressiven Spielstil von Toplaner Gabriel “Bwipo” Rau, der einige Spiele fast im Alleingang gewann. Auch Nemesis hat seinen Platz im Team gefunden und hat Momente, um sich einzubringen. Broxah kann seither jede Lane unterstützen und Vorteile erspielen, bis das Team mit der neu gefundenen Struktur das Spiel sauber zum Sieg spielt.

Und die Taktik geht auf: Seit der fünften Woche hat Fnatic acht Spiele in Folge gewonnen und sich mit dem dritten Tabellenplatz, für die Playoffs qualifiziert. Hier treffen sie als nächstes auf Team Vitality.

Bildquelle: Riot Games

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