22. Januar 2020
League of Legends

Kein LEC-Finale in München: Stadtrat entscheidet sich gegen Europas LoL-Elite

München ist als Austragungsort von bedeutsamen Sport-Events bekannt und nach wie vor bereit für neue Ereignisse. Allerdings scheint das Thema Esport in der bayerischen Landeshauptstadt noch keinen einstimmigen Anklang zu finden. Am Mittwoch entschied sich der Stadtrat gegen die League of Legends European Championships (LEC).

Mit dem Einstieg in League of Legends wäre der Landeshauptstadt München und des Freistaates Bayern ein Meilenstein im Esport gelungen. Allerdings ist bereits vor der offiziellen Bewerbung als Ausrichter der europäischen Elite-Liga LEC wieder Endstation. Der Münchner Stadtrat lehnte am 22. Januar 2020 den Antrag ab.

400.000 Euro seien für Bewerbung notwendig

“Der Antrag des Referenten wurde gegen die Stimmen von CSU, FDP und StR Schmude abgelehnt”, heißt es nun im Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates. Begründung der Ablehnung: Die Kosten der Kooperation seien zu hoch. Insgesamt 400.000 Euro gelten als Mindesterwartungen von Riot Games, die München für die Bewerbung aufbringen müsste.

“Ohne Erfüllung dieser finanziellen Mindestvoraussetzungen könne die Bewerbung aber nicht berücksichtigt werden”, heißt es weiter in der Vollversammlung. Allein die Miete große und kleine Olympiahalle hätte einmalig 160.000 Euro gekostet. SPD-Sprecher Christian Pfaffinger sprach laut Medienberichten schon im Dezember 2019 davon, dass ein kommerzielles Unternehmen wie Riot Games nicht mit der Hallenmiete über die Stadt München subventioniert werden solle.

München bleibt in puncto Esport somit weiterhin im Hintertreffen der deutschen Großstädte. Köln ist für die ESL One Cologne bekannt, die jährlich in der LANXESS Arena ausgetragen wird. Hinzu kommt die gamescom, die sich zum Publikumsmagneten entwickelt hat und internationale wie nationale Esport-Turniere veranstaltet.

Auch die Bundeshauptstadt ist voraus. Seit 2015 wird die LEC (ehemals EU LCS) in Berlin ausgetragen. Der LEC Spring Split beginnt am Freitag, dem 24. Januar 2020, mit dem Eröffnungsspiel zwischen Vize-Weltmeister G2 Esports und Mad Lions. Noch stehen die Austragungsorte für die Finals der diesjährigen Spring Splits und Summer Splits aus. Die vergangenen beiden LEC Finals im Jahr 2019 wurden in Rotterdam und Athen ausgetragen.

München will ein großes Esport-Event

Hintergrund der Münchner LEC-Bewerbung: Das Bayerische Staatsministerium für Digitales hat den Auftrag, “ein großes E-Sport Turnier nach München zu holen.” Vor allem das Finale des LEC Summer Splits im August 2021 war Hauptgegenstand des Interesses. “Mehrere Städte, darunter auch deutsche, hätten sich um die Ausrichtung der Veranstaltung beworben. Deren Angebote lägen deutlich über den Mindesterwartungen von RIOT Games in Höhe von 400.000 Euro”, heißt es im Dokument der öffentlichen Sitzung.

Bereits am 10. Dezember 2019 wurde im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft als Ziel gesetzt, die LEC im Jahr 2021 nach München zu holen. “Die damit verbundene Sichtbarkeit ist ein wichtiger Beitrag zur Wahrnehmung Münchens als Digitalisierungsstandort und dazu eine große Positionierungschance für deutsche E-Sport Start-Ups und Tech-Unternehmen mit internationaler Agenda”, steht in der Sitzungsvorlage.

Als Sportstadt ist München bekannt und steht auch in naher Zukunft im Fokus – mit  großen Events von Rang und Namen. So werden vier Spiele der Fußball-EM 2020 in der Münchener Allianz Arena ausgetragen. Zudem ist die bayerische Landeshauptstadt der Veranstalter der European Championships 2022, der sogenannten “Mini-Olympiade”, in der vor allem die Leichtathletik- und Schwimm-Disziplinen im Vordergrund stehen.

Bildquelle: Olympiapark München
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