22. August 2019
League of Legends

League of Legends: Die Tops und Flops der LEC

Neun Wochen lang duellierten sich die zehn besten Teams im europäischen League of Legends um den Einzug in die Playoffs der LEC. Mit Ende der regulären Saison am vergangenen Wochenende trennte sich die Spreu endgültig vom Weizen. eSports.com blickt auf die Tops und Flops des Summer Splits.

Top: Schalke 04 zieht erneut die richtigen Schlüsse

In seinem zweiten Jahr in Europas höchster Spielklasse zeigte der FC Schalke 04 erneut, dass er in der Lage ist, zwischen Spring und Summer Split die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wie 2018 verpassten die Königsblauen auch in diesem Kalenderjahr im Frühling die Playoffs, nahmen anschließend Änderungen am eigenen Lineup vor und schlossen die reguläre Saison im Sommer in den Top 6 ab.

Der Südkoreaner und Neuzugang Kim “Trick” Gang-yun fügte sich nahtlos in die Team-Struktur von Schalke ein und bestimmte gemeinsam mit Landsmann Lee “IgNar” Dong-geun häufig das Spiel der Knappen. Zusätzlich zeigte der Deutsche Felix “Abbedagge” Braun konstantere Leistungen, was sich in den Ergebnissen von S04 widerspiegelte: Die Gelsenkirchener belegten nach jeder der neun Wochen entweder Platz drei oder vier in der Tabelle und gewannen jeweils mindestens eine der zwei gespielten Partien.

Trick von Schalke 04

Am kommenden Wochenende startet Schalke 04 gegen Team Vitality in die Playoffs der LEC. Mit einem Weiterkommen wäre der Traum von einem zweiten Endspiel nach dem Summer Split 2018 weiterhin möglich, zudem hätte das Team Chancen auf eine Qualifikation für die World Championship, das wichtigste League of Legends-Turnier des Jahres. Bis zum aktuellen Zeitpunkt können Verantwortliche und Fans der Knappen zufrieden sein.

Flop: Keine Playoffs für Vize-Champion Origen

Ein Gegenbild zum FC Schalke 04 gab im Sommer das Team von Origen ab. Der amtierende Vize-Champion der LEC kam in der regulären Saison nie wirklich in Fahrt und schaffte es in keiner einzigen Woche, beide Partien für sich zu entscheiden. Trotz einer guten Ausgangssituation verspielte Origen in seinen letzten Begegnungen der regulären Saison sogar noch die Playoffs und belegte am Ende einen enttäuschenden achten Platz in der Tabelle.

Für Origen verlief der Sommer desaströs

Da die Spieler um den Veteranen Alfonso “Mithy” Aguirre Rodríguez im Frühling das Finale der LEC erreicht hatten, ist das Jahr 2019 für den Spanier und seine Kollegen noch nicht beendet. Die erspielten Championship Points aus dem Spring Split reichen aus, um eine Teilnahme an den Regional Finals zu garantieren. Bei diesen wird der letzte von insgesamt drei europäischen Vertretern für die World Championship im Herbst bestimmt. Bis zum Start des Wettbewerbs muss Origen allerdings deutlich zulegen, um eine realistische Chance auf das begehrte Ticket zu haben.

Top: Rogue setzt auf Academy-Team und wird belohnt

Im Frühling war Rogue das mit Abstand schwächste Team in der höchsten europäischen Spielklasse. Von 18 Begegnungen verlor das Lineup ganze 16 und war weit davon entfernt, um die Playoffs mitzuspielen. Gleichzeitig zeigte das eigene Academy-Team in der polnischen Ultraliga vielversprechende Auftritte, weswegen sich die Organisation entschied, im Sommer das gesamte LEC-Roster durch den “Nachwuchs” zu ersetzen.

Der Mix aus erfahrenen Akteuren und jungen, hungrigen Spielern zahlte es dem Management auf Anhieb zurück. Mit sieben Siegen und elf Niederlagen hatte Rogue zwar auch im Sommer eine negative Statistik, trotzdem erreichte das Team als Fünftplatzierter die Playoffs. Der LEC-Titel in der aktuellen Spielzeit ist sicherlich weiterhin nur Wunschdenken, aber der klaren Steigerung in Kombination mit dem Vertrauen in junges Blut gebührt ohne Zweifel Respekt.

Rogue steht erstmals in den Playoffs

Flop: Misfits Gamings “Super-Team” ist endgültig gescheitert

Zu Beginn des Jahres 2019 war das Lineup von Misfits Gaming eines der spannendsten in ganz Europa. Die Organisation verpflichtete nach einem enttäuschenden Jahr 2018 mehrere Stars, darunter Paul “sOAZ” Boyer und Fabian “Febiven” Diepstraten. Der Spring Split mit einem schwachen achten Platz hätte als Ausrutscher gesehen werden können.

Das Lineup bekam im Sommer eine zweite Chance – und konnte diese nicht nutzen. Nach fünf Pleiten in Serie folgte die Entscheidung des Managements, das gesamte Academy-Lineup in der LEC antreten zu lassen. Bis zum Ende der regulären Saison wurden verschiedene Spielerkombinationen der beiden Teams eingesetzt, die Playoffs konnte Misfits Gaming aber nicht mehr erreichen.

Das Projekt

Die beiden Siege gegen Team Vitality und Splyce aus der neunten Woche machen zwar etwas Hoffnung für das Jahr 2020, falls diese Spieler gehalten werden, das Projekt eines “Super-Teams” müssen die Verantwortlichen aber für gescheitert erklären. sOAZ und Kang “GorillA” Beom-hyun wurden bereits von Misfits Gaming verabschiedet, zudem steht Nubar “Maxlore” Sarafian laut der offiziellen Vertragsdatenbank von Riot Games ebenfalls nicht mehr in Diensten der Organisation.

2019 war ohne Zweifel das schlechteste Jahr in der League of Legends-Historie des Teams. Nun gilt es, die richtigen Entscheidungen zu treffen und einen strukturierten Neuanfang in die Wege zu leiten.

Bildquelle: Riot Games

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