12. September 2019
League of Legends

Europas Top-Team: Hat G2 Esports das Zeug zum LoL-Weltmeister?

Der Startschuss für die League of Legends World Championship 2019, das wichtigste LoL-Turnier des Jahres, fällt am 2. Oktober. Europa setzt bei der Weltmeisterschaft in Berlin, Madrid und Paris vor allem auf ein Team: Das Star-Lineup von G2 Esports soll den Titel vor europäischem Publikum holen.

Seit 2011 hat kein europäisches League-of-Legends-Team mehr die World Championship gewinnen können. 2018 stand Fnatic im Finale des Turniers, verlor dort aber deutlich. Nun haben die europäischen Fans mit G2 Esports einen neuen Hoffnungsträger. Was spricht dafür, dass es diesmal klappt?

Fünf Top-Spieler bilden bestes Team Europas

Ein Argument für G2s Chancen auf den WM-Titel ist natürlich die Klasse des Teams, das am Sonntag zum zweiten Mal in diesem Jahr die LEC gewann. Fünf sehr talentierte Einzelspieler bilden ein richtig gutes Gespann und verstehen sich untereinander augenscheinlich blendend. Mit der individuellen Klasse der G2-Profis können in Europa maximal noch die Akteure von Fnatic mithalten, wie sie im engen LEC-Finale am Sonntag bewiesen.

Die größten Stärken des G2-Lineups sind die selbstbewusste und aggressive Spielweise, die die meisten Gegner überfordert, und die Flexibilität der einzelnen Stars. Letztere ermöglicht es dem Team, überraschende Strategien zu fahren. So spielte Bot-Laner und Teamkapitän Luka “Perkz” Perković im LEC-Finale gegen Fnatic den Champion Syndra, der normalerweise in die Mid-Lane gehört. Die Strategie ging auf und G2 Esports gewann.

Dominanz der asiatischen Teams gebrochen

Trotz der starken Leistungen G2s auf kontinentaler Ebene stellt sich im Hinblick auf die Weltmeisterschaft natürlich die Frage, wie stark die Teams der anderen Regionen im Vergleich zu den Europäern sind. Alteingesessene League-of-Legends-Fans haben da vor allem südkoreanische Teams im Kopf, der Worlds-Titelverteidiger kommt aus China. Kann Europa mit den asiatischen Lineups mithalten?

Genau kann man das im Vorfeld natürlich nicht sagen, doch Fakt ist, dass vor allem die Dominanz der südkoreanischen Teams nachgelassen hat. Vor der World Championship 2018  waren die Teams aus der südkoreanischen Liga, der LCK, fast immer die einzig wahren Titelfavoriten und machten das Ganze schließlich auch meist unter sich aus.

Doch bei den Worlds 2018 waren alle LCK-Vertreter bereits nach dem Viertelfinale ausgeschieden. Beim Mid-Season Invitational 2019 scheiterte LCK-Champion SK Telecom T1 am späteren Champion G2 Esports. Im Finale des MSI stand neben G2 nicht etwa ein Team aus China oder Südkorea, sondern mit Team Liquid ein nordamerikanisches Lineup.

Natürlich sollten Fans und Experten die asiatischen Top-Teams trotzdem weiter auf dem Zettel haben, wenn sie über die Favoriten für die World Championship diskutieren. Es ist aber nicht abwegig, zu behaupten, dass G2 mit die besten Teams der Welt schlagen kann.

Drucksituationen lassen G2 aufblühen

Ein weiterer möglicher Erfolgsfaktor für G2 Esports bei der World Championship ist die ungeheure mentale Stärke des Teams. Im Jahr 2019 haben Perkz und Co. turnierübergreifend noch kein einziges Best-of-Five verloren. Dabei gab es bisher nur zwei Ausgänge für diese Matches: Entweder G2 war dem Gegner haushoch überlegen und gewann mit 3:0 oder das Team wurde auf die Probe gestellt, geriet in Rückstand und siegte am Ende dennoch mit 3:2.

Die eindrucksvolle Mentalität des Teams ist extrem wichtig, um in den wichtigsten Partien zu performen. Aus Führungen ziehen die G2-Profis Unmengen an Selbstvertrauen und von Rückständen lassen sie sich nicht beeindrucken. Gerade auf der ganz großen Bühne im Rahmen der World Championship wird dieser psychologische Vorteil Perkz und seinen Kollegen dabei helfen, mit den schwersten Gegnern und Situationen fertigzuwerden.

Auch wenn G2 Esports nicht als klarer Titelfavorit beim Mega-Event in Europa antritt, hat Europas Top-Team auf jeden Fall Chancen, Aufsehen zu erregen. Ein Worlds-Titel für Europa wirkt in 2019 jedenfalls deutlich realistischer als in den letzten paar Jahren.

Bildquelle: Riot Games

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