26. März 2019
FIFA

“Dieses FIFA ist eine Katastrophe” – Profis klagen über FIFA 19

Ist der aktuelle FIFA-Teil der schlimmste in der Geschichte der Fußballsimulation? Das scheinen zumindest viele Profis so zu empfinden. Größen wie der deutsche Meister Tim “TheStrxngeR” Katnawatos kritisieren das Spiel stark. Doch was steckt dahinter?

Schon zur Veröffentlichung von FIFA 19 im vergangenen September hagelte es Kritik an der Fußballsimulation. Spieler beschwerten sich über die neue Timed Finishing-Funktion, die den Abschluss überarbeitete. Mit dieser Funktion gingen aber plötzlich Bälle ins Tor, bei denen sich selbst erfahrene Physiker wundern würden, wie das funktionieren soll.

EA passte das Timed Finishing zwar später mit einem Patch an, doch dafür blieben andere Probleme. Die CPU-Verteidigung ist zu stark, sicher geglaubte Pässe kommen nicht an. Die Folge: Die Profis verzweifeln. Das war auch am vergangenen Wochenende in den Playoffs der Virtual Bundesliga, die von der DFL ausgerichtet wird, deutlich zu spüren. Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund traten 128 Spieler an, um ihr Ticket für das große Finale zu lösen.

Deutscher Meister mit klarem Statement

Mit dabei war auch Titelverteidiger TheStrxngeR, der seit 2017 für den FC Basel spielt. Für ihn lief es allerdings anders als geplant: Im Viertelfinale schied das Ausnahmetalent gegen den Academy-Spieler des VfL Wolfsburg, Riad “ItsRiaad” Fazlija, überraschend aus. Die Mission Titelverteidigung war somit gescheitert, denn nur die Top 3 des Turniers sind für das Grand Final im Mai gesetzt.

“Eine wirklich schwere Saison für mich”, schrieb der Basel-Profi auf Twitter. “Dieses FIFA ist einfach eine Katastrophe. […] Aber es ist einfach nicht gesund, sich dauerhaft bei diesem FIFA Vorwürfe zu machen.” Damit ist Katnawatos nicht der Einzige, der die aktuelle Fußballsimulation für seine Leistung verantwortlich macht. Auch Skandalsternchen Kurt “Kurt0411” Fennech beschwert sich regelmäßig über die Fußballsimulation.

Schalkes Idealz verteidigt Katnawatos

Lukas “Idealz” Schmandt vom FC Schalke 04 Esports ergriff ebenfalls das Wort. Auf Twitter stand er TheStrxngeR zur Seite und versucht die Situation zu erläutern: “Auf den ersten Blick wirkt das Ganze ziemlich unreif – auch das kann ich verstehen, aber ich möchte euch etwas näherbringen”, leitet er ein. Im Laufe des Textes erklärt er, dass eSportler befristete Arbeitsverträge haben und jedes Jahr am Erfolg gemessen werden. “Wenn man Abläufe im Spiel nicht selber beinflussen kann, sondern diese eigenmächtig von der Software des Spiels durchgeführt werden, fühlt man sich betrogen.”

Weiter schreibt er: “Man stelle sich vor, dass man an einer Maschine arbeitet. Diese Maschine geht immer wieder kaputt, obwohl man selbst nicht schuld ist. Der Arbeitgeber denkt aber, dass diese Maschine falsch bedient wurde und deswegen werden Aufträge nicht fertig – es droht die Gefahr, dass der Vertrag nicht verlängert wird.”

In den Kommentaren gibt es Zuspruch und Lobpreisungen. Dennoch merkt der eine oder andere User an, dass es trotz allem noch immer Spieler gibt, die seit Jahren konstant abliefern – und bereits mehrere Titel in der Fußballsimulation mit nach Hause genommen haben.

Bildquelle: EA

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