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Vorbild oder Antiheld – Wie viel Verantwortung darf man Streamern übertragen?

Viele Streamer haben in den vergangenen Jahren durch Inhalte wie Glücksspiel einen Backlash bekommen. Sollten sie mehr Verantwortung übernehmen?

Streamer und Content-Creator stehen seit dem Boom von YouTube und Twitch zunehmend im Mittelpunkt vieler Online-Communities. Mit mehr Aufmerksamkeit und steigendem Einfluss, den diese auf die Zuschauer haben, entsteht auch eine gewisse Verantwortung. Oder doch nicht? Wir haben uns die Problematik genauer angeschaut.

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Gibt es eine soziale Verantwortung für Influencer?

Durch Videospiele wie Fortnite, Minecraft und Co sind zunehmend junge Menschen online aktiv. Natürlich ist ein Großteil auch auf gängigen Streamingplattformen unterwegs und trifft dabei früher oder später auf Größen wie MontanaBlack, Trymacs oder Gronkh. Da es keine wirkliche Alterskontrolle gibt, sind Nutzer den Inhalten frei ausgesetzt.

Genau deshalb ist es besonders wichtig, dass Streamer und Content-Creator ihrer sozialen Verantwortung nachgehen. „Ein Vorbild ist man immer, ob man‘s möchte oder nicht“, so MontanaBlack im stern TV-Interview vor knapp einem Jahr. Trotz seiner Aussage ist der Streamer aus Buxtehude in der Vergangenheit aber eher negativ durch seine Statements aufgefallen.

Nicht ohne Grund werden Persönlichkeiten wie er Influencer genannt, haben also einen sehr großen Einfluss auf ihre Zielgruppe. Es ist deshalb besonders wichtig positive Botschaften und Werte zu vermitteln, Aufklärungsarbeit zu betreiben und sich in offenen Diskussionen den Meinungen der Zuschauer zu stellen. Keiner soll Ersatzeltern spielen und erzieherisch aktiv werden, dennoch sollte man sich Gedanken machen, welche Inhalte man wie vermittelt.

 

Die Verantwortung von Eltern und Streamingplattformen

Trotz der Verantwortung, die auf den Internetpersönlichkeiten lastet, müssten auch die Eltern ihren Teil leisten, so MontanaBlack. Mit Verboten kommen Eltern bei ihren Kindern jedoch nur bedingt zum Erfolg. Den Jugendlichen während ihrer Computerzeit permanent über die Schulter zu schauen, ist ebenfalls ein eher unrealistisches Szenario.

Deshalb sind regelmäßige Aufklärungsgespräche und Diskussionen über den Umgang mit dem Internet sehr wichtig. Manchmal reicht es schon beim Abendessen über den Tag der Kinder zu sprechen, um so in Erfahrung zu bringen, was alles erlebt wurde. So kann über die Zeit am Computer gesprochen und die Meinung zu verschiedenen Themen eingeholt werden. Eltern können auf diesem Weg mehr über die Aktivität ihrer Kinder erfahren und als eine Art Kontrollinstanz mitwirken.

Auch die Streamingplattformen wie Twitch und Co tragen eine gewisse Verantwortung für ihre Nutzung. Besonders die Alterskontrolle lässt hier noch zu viele Lücken und ermöglicht Minderjährigen den Zugriff auf problematische Inhalte wie Glücksspiel oder Erotik. Diese Streams haben auf einer Gamingplattform nichts verloren und sollten in Zukunft verboten werden.

 

Es muss sich etwas ändern

Die meisten Influencer haben verstanden, dass Sie durch ihre Reichweite einen großen Einfluss auf ihr Publikum haben. Dennoch gibt es immer noch Ausnahmen, die Twitch eher als Spaßbeschäftigung ansehen und machen, wonach ihnen gerade eben ist.

xQc fiel in seinem Stream erst kürzlich aufgrund von Glücksspiel negativ auf. | Bildquelle: xQc

Niemand erwartet, dass sich Streamer verstellen und zu einer anderen Person werden. Dennoch sollte man sich beim Blick auf das Alter seiner Zuschauerschaft auch fragen, ob es moralisch korrekt ist, Inhalte wie Casino-Spiele, Sportwetten oder Ähnliches zu promoten.

Wenn alle Parteien an einem gemeinsamen Strang ziehen, kann das System funktionieren. Ein erster wichtiger Schritt liegt jedoch vor allem bei den Streaming-Anbietern, die dafür sorgen müssen, dass ihre Plattform ein Safe Space für alle Nutzer ist.


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Bildquelle: HandofBlood, Philipp Schulze (DPA)
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