Zur Übersicht

Schaden Influencer dem Fußball? Trymacs, Fifabio & Co. mit Gegenwind bei Stadionbesuchen

Fußball live im Stadion ist immer ein Erlebnis, das auch Streamer für ihre Communities mitnehmen wollen. Aber einige Fans sehen das kritisch. Zurecht?

Streamer und Influencer wie Twitch-Star Trymacs sind mittlerweile aus dem täglichen Leben kaum wegzudenken. Natürlich ist auch die Fußballwelt davon nicht ausgenommen. Aber es formiert sich Widerstand gegen “Nicht-Fußballer” in den Fanblöcken.

Anzeige

Video – Hauke bei Trymacs und MckyTVs Boxkampf-Training




Fußball nur für die Ultras?

Entzündet hat sich die Debatte am letzten Relegationsspiel zwischen dem Hamburgers SV und Hertha BSC, bei dem es um den letzten Bundesligaplatz in der kommenden Saison ging. Trymacs hatte einen Videoaufruf gestartet, um doch noch an Tickets für das Entscheidungsspiel zu kommen, weil er gerne einen Vlog aus dem Stadion drehen wollte. Dafür bot er eine hohe Summe, die eher einem WM-Ticket gerecht werden würde.

Für einige Fans ging das jedoch nicht in Ordnung. So startete auf Twitter der Nutzer 18Felix87 den Aufruf #GegenInfluencerImStadion, mit dem er explizit Trymacs aus dem Stadion jagen wollte.

Mit dieser Einstellung war er nicht allein, so wurde in den Kommentaren auch gegen “Eventfans” gepöbelt, die nicht in die Kurve gehörten.

Trymacs hat sich davon jedoch nicht abhalten lassen und schaffte es dann doch noch ins Stadion, wo trotz der Drohungen, die er zum Teil erhalten hatte, glücklicherweise nichts passierte. Im Vlog waren es stattdessen viele Fans, die sich nicht nur auf das Spiel freuten, sondern auch darüber, dass Trymacs mit dabei war.

Zwar endete die Episode mit der Niederlage der Hamburger tragisch für die Fans, aber der Vlog selbst scheint ein Erfolg zu sein.

 

Fußball-Vlogs = problematische Kommerzialisierung?

Trymacs ist nicht der einzige Streamer bzw. Influencer, der auch Stadioneindrücke auf YouTube teilt. Als Beispiel kann man ViscaBarca‘s YouTube-Kanal mit mehr als 1,5 Millionen Abonnenten nennen. Auch andere Persönlichkeiten wie FIFA-Profi Fabio “fifabio97” Sabbagh von Werder Bremen sind häufiger im Stadion zu sehen. Für viele Fans sind diese Eindrücke die einzigen, die sie bekommen können, weil sie nicht die finanziellen Mittel haben, um bei den großen Spielen dabei zu sein oder aus anderen Gründen die Anreise nicht schaffen.

Für einige der Ultras ist das aber trotzdem nicht vereinbar mit der Fankultur und ein Zeichen der problematischen Kommerzialisierung des Fußballs. Einige gingen sogar so weit und gaben Trymacs eine Mitschuld an der Relegationsniederlage.

“Niemand hat jemanden vorzuschreiben, ob er ins Stadion darf oder nicht”

Zu der Thematik konnten wir auch mit fifabio97 sprechen, der eine ganz klare Meinung zu der Diskussion hat:

Prinzipiell hat niemand jemanden vorzuschreiben, ob er ins Stadion darf oder nicht. Niemand hat das Recht irgendeinen Menschen auf dieser Welt von Sportevents auszuschließen und es ist egal ob Fan, Nicht-Fan, dunkelhäutig, hellhäutig, Religion oder was weiß ich.

Dennoch kann der Werder-Profi verstehen, dass manche Fans es bevorzugen, wenn nur Menschen im Stadion sind, die den Verein unterstützen und Bezug zum Fußball haben. Aber auch als Fußball-Fanatiker der ersten Stunde, wie sich Fabio selber beschreibt, bekommt er viel Gegenwind. Es gibt es einen Block von Leuten, die ihn für seine Stadion-Vlogs vehement kritisieren oder gar bedrohen.

Trotz dieses Verständnisses für den Ärger der Fans sieht Fifabio keinen Grund dafür Leute vom Stadionbesuch auszuschließen. Schließlich schade das dem Fußball nicht:

“Die Leute sollten sich weniger Gedanken darüber machen ob es (Streamer/Influencer im Stadion) dem Fußball schadet, sondern eher dass Menschen bewusst andere ausschließen wollen oder bedrohen. Das fängt im Sport an und endet dann in ganz anderen Geschichten.”


Mehr lesen:

Was ist eure Meinung zu der Debatte? Schaden Streamer und Influencer im Stadion dem Fußball? Sagt es uns über Social Media oder Discord!

Bildquelle: Trymacs/Alexandre Brondino über Unsplash
*Die hier aufgeführten Angebote sind mit sogenannten Affiliate-Links versehen. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr uns, da esports.com ohne Auswirkung auf die Höhe des Preises vom Anbieter eine kleine Provision erhält.