Ist Maru der beste StarCraft II Spieler aller Zeiten?

Wie viele andere vertrauenswürdige Websites verwendet eSports.com Browser-Cookies. Cookies helfen Ihnen, sich sicher in Ihrem eSport.com Konto anzumelden. Sie helfen uns, besser zu verstehen, welche Inhalte für Sie relevant sind, und bieten Inhalte, die auf Ihre individuellen Anforderungen zugeschnitten sind, und eine zuverlässig funktionierende Website - so, wie Sie es von uns erwarten. Bitte deaktiviere für ein besseres Nutzungserlebnis deinen Adblocker und sämtliche Browsererweiterungen, die Werbeanzeigen ausblenden.

Ok Cookie Bestimmungen
background image

Ist Maru der beste StarCraft II Spieler aller Zeiten?

Der koreanische Terraner Cho “Maru” Seong Ju schrieb am 15. September Geschichte, als er zum dritten Mal in Folge eine GSL Code S gewann, was einen neuen Rekord bedeutet. Für einen koreanischen StarCraft II Progamer ist die GSL Code S der ultimative Test für Skill und Strategie. Die Spieler haben eine Menge Zeit, um sich auf ihre Matches vorzubereiten und daraus resultiert, dass jeder Spieler sein bestes StarCraft zeigen kann. Um beständig gute Resultate in diesem Turnier zu zeigen, müssen Spieler ihre Gegner aufs Genaueste studieren und Strategien vorhersagen können, die diese spielen, um entsprechende Konter darauf vorzubereiten. Um also alle GSL Code S Turniere in einem Jahr zu gewinnen, muss ein Spieler der Beste der Besten sein.

Im großen Finale der dritten Saison, traf Maru auf seinen Angstgegner Jun “TY” Tae Yang, der generell einer der gefürchtetsten Gegner in einer längeren Serie ist. TY ist genial, wenn es darum geht, die Gegner zu lesen und auszuspielen, aber Maru hingegen, hat solch beeindruckende mechanische Fähigkeiten, ein gewaltiges Wissen über das Spiel und trifft so schnell seine Entscheidungen, dass er virtuos das Spiel beherrscht. Maru sagte, dass er keine speziellen Builds für TY vorbereitet hatte. Er entschied sich stattdessen für das, was ihm das meiste Selbstvertrauen brachte und dies waren Proxy Barracks, Reaper Rushes oder Cyclones, sowie Makrogames, falls die ersten Angriffe fehlschlugen.

Maru ist bekannt für seine Proxy-Taktiken und daher war TY auf frühe Aggressionen bestens vorbereitet und überlebte jeden Rush. In den ersten beiden Spielen des langen BO7, war die Verteidigung von TY solide genug, dass er selbst genug Einheiten bauen und damit pushen konnte, wodurch er beide Spiele gewann. Maru hingegen bereitete längere Spiele vor.

Im dritten Spiel machte Maru, durch seinen Reaper Rush, jedoch genug Schaden und ließ zwei Cyclone Drops folgen. Die Verteidigung von TY stand zwar, aber das Microspiel von Maru war so stark, dass er auch aussichtslose Situationen noch drehen konnte. Maru wusste, dass er in Führung lag, baute daraufhin seinen Vorteil aus und gewann seinen ersten Punkt.

Nach drei relativ schnellen Spielen, ging das vierte endlich ins Lategame und beide Spieler zeigten ausgemaxte Armeen und starke Luftflotten und bauten sogar gegen Ende Battlecruiser. Maru zeigte wieder seine Microfähigkeiten und fand die besten Momente und die besten Konkaven in den Kämpfen. Obwohl beide Spieler zeigten, dass sie ihr Lategame TvT beherrschen, war es Maru, der seinen Gegner an die Wand spielte und das BO7 ausglich.

Nach zwei Siegen in Folge, hatte Maru genug Selbstvertrauen, um im fünften Spiel, ohne Proxygebäude, eine “Standardstrategie” zu spielen. Maru tendiert dazu, mehr zu cheesen, wenn er zurückliegt, aber wenn er sich sicher fühlt, spielt er eher „normal“. TY zeigte jedoch, dass er in einem Standardspiel, auch gegen Maru, extrem stark sein kann. In beeindruckender taktischer Manier, griff TY zuerst an, sicherte sich einen Vorteil in der Eco und nachdem er seinen Gegner genug geschwächt hatte und Marus Gegenangriff keine Wirkung zeigte, baute TY seine Führung weiter aus. Ohne eine  Möglichkeit, seinem Gegner substanziellen Schaden zuzufügen, entschied sich Maru, das Spiel aufzugeben und TY hatte somit einen Matchball.

Aber wie es der Vater von TY in einem Interview so schön ausdrückte, nachdem sein Sohn bereits mit 2-0 in Führung lag: „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.“ Im sechsten Spiel tötete Maru eine Menge gegnerische WBFs, zuerst mit einem Reaper Rush, dann mit einer getarnten Banshee und ein drittes Mal mit Cyclones. TY konnte in der Zwischenzeit nicht genügend Druck gegen die Natural seines Gegners machen und kurz darauf stand es auch schon 3-3.

Das Match stellte sich also als das epische Match heraus, welches viele erwarteten und es begegneten sich zwei Spieler auf Augenhöhe, die das beste Terraner Spiel zeigten, welches wir je in StarCraft II sahen. Am Ende musste das Match im siebten und letzten Spiel entschieden werden. Maru zeigte einen All-In Push mit Tanks, Cyclones, Marines, Banshees und pullte sogar WBFs. Er sah, korrekterweise, voraus, dass TY einen solchen Push auf Atlas, einer großen 4-Spieler-Map, nicht so früh im Spiel erwarten würden.

Mit seinem mutigen, klugen und entschiedenen Spiel krönte sich Maru zum ersten Spieler in der Geschichte, der alle drei GSL Code S Turniere in einem Jahr gewinnen konnte. Er ist ebenso der Champion der Champions in Korea in diesem Jahr, wie es der finnische Zergspieler Joona “Serral“ Sotala für den Rest der Welt ist. Der Showdown der beiden – Maru vs. Serral – findet auf der BlizzCon statt, wo sich der Sieger der WCS Global Finals zum Weltmeister 2018 krönt. Falls einer der beiden die Weltmeisterschaft in seinem Jahr der totalen Dominanz gewinnt, ist er damit sicherlich der beste StarCraft II Spieler aller Zeiten.