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Matchfixing-Skandale in VALORANT, CS:GO und Co. – Was soll die Betrügerei?

Bei Wettkämpfen mit hohem Preisgeld treiben oft auch Betrüger ihr Unwesen. Auch im Esport gibt es solche Vorfälle. Was steckt dahinter?

Viele Gamer versuchen im Verlauf ihrer Karriere den Sprung auf die professionelle Bühne. Die meisten scheitern und nur einige wenige werden Teil der besten Spieler ihrer Disziplin. Doch auch für diejenigen, die es geschafft haben, läuft nicht immer alles rund und negative Einflüsse bringen manche Spieler auf nicht gerade schlaue Ideen.

Beim Matchfixing setzten sie ihre ganze Karriere und Zukunft aufs Spiel, nur um auf betrügerische Art und Weise an Geld zu kommen. Auch in Riot’s Shooter VALORANT wurde im vergangenen Monat der erste derartige Fall bekannt.

Was ist Matchfixing und warum ist es so schlimm?

Heutzutage haben die meisten Wettanbieter Esport bereits in ihr Portfolio aufgenommen. Vor allem auf Partien der bekanntesten Esport-Titel wie League of Legends, Counter-Strike: Global Offensive und Co. können hier Wetten abgeschlossen werden.

In der Vergangenheit haben sich dies nicht nur Fans des digitalen Wettkampfs, sondern auch Profi-Spieler direkt aus der Szene zu Nutze gemacht. Dabei schließen sie im Vorhinein Wetten auf ihre eigene Partie ab und manipulieren dann den Ausgang so, dass sie den ganzen Gewinn einsacken. Dieser wird dann auf alle Beteiligten aufgeteilt.

So machten sich beispielsweise im Jahre 2014 die beiden nordamerikanischen Counter-Strike-Teams iBuyPower und NetcodeGuides einen Namen und sorgten für den ersten CS:GO-Matchfixing-Skandal aller Zeiten. iBuyPower war klarer Favorit, verlor das Spiel jedoch mit Absicht und sicherte sich so den Wettgewinn.

Das iBuyPower-Lineup aus dem Jahre 2014. | Bildquelle: ESEA

Derartige betrügerische Vorgehensweisen sind von Turnierveranstaltern überhaupt nicht gerne gesehen, denn sie verletzen die kompetitive Integrität des Wettkampfs und die Grundlagen des Fair-Play.

Deshalb werden involvierte Spieler meist für mehrere Jahre oder sogar permanent vom Turnierbetrieb ausgeschlossen. Teilweise müssen sie sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Seit Anfang 2021 hat sich sogar das FBI bei der Investigation eingeschaltet und bearbeitet Fälle in Zusammenarbeit mit der Esports Integrity Commission (ESIC).

Nach Teilnahme an derartigen Aktivitäten war es das zumeist mit der professionellen Karriere. Die einzige Rettung ist eine Aufhebung der Sperre oder der Wechsel und somit ein Neuanfang bei einem anderen Videospiel. Im Lebenslauf hinterlässt es dennoch nicht gerade positive Spuren.

Erster VALORANT-Vorfall

Auch in VALORANT gab es nun den ersten Vorfall. Beim Epulze Royal SEA Cup im September 2020 Traten 16 asiatische Teams gegeneinander an und kämpften um ein Preisgeld von 25.000$. Unter den Teams war auch das eingeladene singapurische Roster von Team Resurgence. Diese standen in Gruppe B unter anderem Team BlackBird Ignis gegenüber.

Das Gruppenspiel zwischen beiden Teams endete mit 2:0 für BlackIgnis. Dabei setzten Resurgence-Spieler Germsg und sein Kollege und Geldgeber Dreamycsgo 2.000$ auf genau dieses Ergebnis.  Germsg spielte mit Absicht schlecht und führte die Niederlage herbei.

Das Resurgence-Roster mit Betrüger Germsg. | Bildquelle: Facebook/RSG.GG

Der Skandal fiel nicht sofort auf, doch nach langen Investigationen veröffentlichte Riot am 16. Juni 2021 ein Statement zu den Vorfällen. Darin wird den beiden Betrügern vorgeworfen gegen die Riot-Richtlinien verstoßen zu haben. Sie wurde somit für je drei Jahre von der Valorant Champions Tour (VCT) ausgeschlossen.

Auch die nicht direkt beteiligten Mitspieler wurden bestraft, da sie die betrügerischen Aktivitäten ihres Teamkameraden nicht an Riot kommunizierten. Dabei wurden zwei Spieler für jeweils ein Jahr und die anderen beiden für sechs Monate gebannt. Das exakte Statement von Riot findet ihr hier.

Warum Matchfixing?

Der Weg ans schnelle Geld verleitet auch im Esport Menschen dazu, undurchdachte Dinge zu tun. Für einen meist eher marginalen Betrag setzen Spieler ihre Karriere und somit ihr ganzes Potenzial aufs Spiel. Ein Schritt zurück in die professionelle Branche ist danach nur noch sehr schwer möglich.

Alles was durch harte Arbeit aufgebaut wurde, wird aus reiner Gier wieder zerstört. Vor allem wenn einzelne Spieler das ganze Team im Stich lassen und mit in den Ruin treiben ist das besonders schlimm.

Zudem ist diese Art der Wettkampfverzerrung nicht im Sinne des Sport- und Esport-Gedanken, denn man sorgt auch dafür, dass der Verlauf eines ganzen Turniers massiv beeinträchtigt wird.

Weitere Themen:

Welchen Vorfall verbindet ihr mit Matchfixing? Schreibt es uns auf Social Media oder Discord!
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Bildquelle: Steffie Wunderl – ESL