Zur Übersicht

EA macht sich beim FIFA-Hack lächerlich

FIFA ist das Flaggschiff von EA Sports, aber die Kommunikationspolitik bei Problemen ist mehr als mangelhaft. Ein Kommentar von Hauke van Göns.

Es ist das Horrorszenario: Einloggen und alles, wofür man im Spiel gearbeitet hat, ist weg. Genau das ist gerade bittere Realität für viele FIFA 22-Content-Creator. Gerade die, die sich über Trading oder viel Investment nach oben in den Transferlisten katapultiert haben.

Anzeige

VIDEO: Darum vielleicht doch FIFA 22 kaufen


Sie wurden gehackt. Und wie konnte das passieren? Sicher wissen wir es nicht, weil EA keinerlei Information gibt. Am 7. Januar 2022 heißt es: “Wir wissen von den Übergriffen und untersuchen diese.” Dazu ein Videostatement aus der eigenen Content-Reihe TopBins, wo auch erklärt wird, dass die Untersuchungen andauern und man währenddessen “seinen Teil” zur Sicherheit beitragen sollte, indem man die Zwei-Faktor-Authentifikation einrichtet.

Es ist der zweite große Skandal in weniger als 12 Monaten im FIFA-Kosmos. Beim EA-Gate wurden illegal Spieler-Items verkauft. Damals war die Aufklärung transparent und auch das erste Statement klarer – die Situation für die breite Spielerschaft aber vermeintlich harmloser.

Doch beim FIFA-Hack ist das Statement dünn. Wir als Spieler kriegen keine Info, keine Leitfäden, keine Zusicherung dass unsere Accounts sicher sind. Dazu dauerte es bis zur mickrigen Stellungnahme sehr lange.

Vor dem “Statement” ist Streamer Trymacs bereits zweimal gehackt worden. Das eigene Zwei-Faktoren-System beim Einloggen scheint quasi irrelevant und dennoch ist es das einzige, worauf verwiesen wird. Es sind von Summen wie 50 Millionen gehackten Coins die Rede, Streamer Smexy verlor fast 30 Millionen Coins. EA Sports spielt einmal mehr mit dem höchsten Gut: Dem Vertrauen der Gamer.

 

Die User helfen sich selbst

Natürlich wird der Großteil der FIFA-Spielenden nichts von dem ganzen Skandal mitkriegen, weil nicht jeder Casual-Gamer tief in der Content-Creator-Welt um Trader und Streamer steckt. Und das scheint EA Sports in Sicherheit zu wiegen – nervt aber den harten Kern der Community.

Aber es wirkt nahezu lächerlich, wie munter weiter gehackt wird und der Milliardenkonzern gibt nur ein dünnes Statement ab. Auch auf unsere Nachfrage gab es nur einen Verweis auf das drei Tage alte Statement. Währenddessen klaubt sich die Community selber Tipps und Tricks zusammen, um Hacks vorzubeugen. Das sollte nicht der Weg sein, wie mit so einem Skandal umgegangen wird.

Wünschenswert ist eine transparente Aufklärung und eine ernstzunehmende Kommunikation im Umgang. Denn was nützt die schönste Promo oder das größte Packluck, wenn man jede Woche hinter seinem Account hinterherläuft und der Publisher offensichtlich auch nicht weiß, warum das so ist. Zumindest erzählt er es uns nicht.


Weitere FIFA-Themen:

Seid ihr schon einmal gehackt worden? Schreibt es uns auf Facebook, Twitter oder DiscordGebt uns auch gerne Feedback zu unserer Website!

Bildquelle: EA Sports
*Die hier aufgeführten Angebote sind mit sogenannten Affiliate-Links versehen. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr uns, da esports.com ohne Auswirkung auf die Höhe des Preises vom Anbieter eine kleine Provision erhält.