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Irre Millionenklage wegen falscher DMCA-Claims! Rachsüchtiger YouTuber bekommt dicken Denkzettel

Ein YouTuber steht nach einem Rachefeldzug gegen andere Content Creator in Destiny 2 vor einer Millionenstrafe. Entwickler Bungie hat Klage eingereicht.

Wer sich öfter auf YouTube herumtreibt und vor allem auch Inhalte zu Destiny 2 anschaut, wird gemerkt haben, dass seit Frühling viele Videos aufgrund von Copyright-Ansprüchen verschwunden sind. Nun sind endlich die Hintergründe dazu klar und eine Millionenklage zieht den Schlussstrich unter die Sache.

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Video – Gnu über die Macht von YouTube




Es beginnt mit Copyright-Strikes auf YouTube

Im März überrollte eine Copyright-Welle Videos zum MMO Destiny 2 auf YouTube. Unter anderem auch solche, bei denen der DMCA-Claim unberechtigt war und sogar Videos von Bungie selbst. Das ganze nahm solche Ausmaße an, dass der Entwickler öffentlich klarstellte, dass sie gar nicht hinter der Abmahnwelle standen.

Für viele Content Creator war dies eine akute Bedrohung ihres Lebensunterhaltes, da bei drei Verstößen ihr Kanal gelöscht werden könnte. Dementsprechend wurden viele Videos zu und über Destiny 2 aus Angst vor falschen Copyright-Strikes gelöscht.

 

Persönlicher Rachefeldzug

Wie sich herausstellen sollte begann das ganze Drama mit einem legitimen Copyright-Claim auf YouTube. Der YouTuber Lord Nazo hatte ohne Berechtigungen Soundtracks aus dem MMO hochgeladen und wurde dafür von Bungie und der Firma CSC, die das Copyright-Management für den Entwickler führt, abgemahnt. Anstatt die beanstandenden Videos zu löschen, lud der Content Creator aber weiter Copyright-geschütztes Material hoch. Letztendlich zog YouTube nach 23 Verstößen die Reißleine und sperrte seinen Kanal permanent. Ein Moment, der den YouTuber dazu brachte einen persönlichen Rachefeldzug zu starten.

Wie wir nun aus Gerichtsunterlagen wissen, fing Lord Nazo an, sich als Mitarbeiter von CSC auszugeben und begann Videos mit Destiny 2-Inhalten ins Visier zu nehmen. Insgesamt 96 Mal konnte er das YouTube-System ausnutzen, welches bei Copyright-Beschwerden nicht vorab überprüft, ob der Antragsteller überhaupt die Rechte an den Inhalten besitzt.

Währenddessen gab sich Lord Nazo im Freundeskreis und der Destiny 2-Szene als Opfer aus und versuchte seine (zurecht gelöschten) Videos in eine Linie mit den scheinbar zufälligen DMCA-Strikes der anderen zu stellen.

Der rachsüchtige YouTuber ging sogar noch weiter und fing an YouTube zu schreiben und um eine Wiedereinsetzung seines Kanals zu bitten, da die von ihm geschaffene Situation schließlich Unschuldige gebannt habe.

 

Bungie reicht Millionenklage ein

Nachdem Bungie das Chaos in der YouTuber-Szene zu Destiny 2 mitbekam, begann der Entwickler nach den wahren Verantwortlichen zu suchen. Über einen komplizierten Abgleich von Lord Nazos YouTube-, Reddit- und gefälschten Email-Accounts mit seiner IP, konnten sie ihn schließlich als Übeltäter überführen. Am 22. Juni reichte der Entwickler nun eine Klage über 7,6 Millionen US-Dollar gegen Lord Nazo ein. Das macht für jede falsche Copyright-Forderung einen Schadensersatz von 150.000 US-Dollar.

In einem Blogpost hat Bungie inzwischen auch klargestellt, dass die rechtlichen Probleme für Destiny 2-Inhalte auf YouTube nun ein Ende haben sollten und die Lizensierungsgespräche mit Content-Creatorn zu einem guten Ende geführt werden konnten.

Die Destiny 2-Community auf YouTube kann nun also endlich aufatmen. Dennoch bleibt das Problem von YouTubes ausnutzbaren Copyright-Tools. Vielleicht wird die Video-Plattform nach dieser Odyssee nun ihr System überarbeiten. Zu hoffen wäre es allemal.


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Bildquelle: Bungie/YouTube
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