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Gründer kämpft in der Armee – NAVI und der Krieg in der Ukraine

NAVI ist als ukrainische Esport-Organisation direkt betroffen vom Krieg im Heimatland. Wie gehen Spieler und Verantwortliche damit um?

Der Krieg in der Ukraine tobt seit über zwei Wochen. Direkt betroffen davon ist die Esport-Organisation NAVI (Natus Vincere), deren eigentlicher Sitz in Kiew ist. Seit dem russischen Angriff am 24. Februar auf die die Ukraine ist bei NAVI nichts mehr wie es einmal war.

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Aleksey “xaoc” Kucherov, NAVIs Chief Operating Officer (COO), sprach Ende der vergangenen Woche mit Dexerto über die Herausforderungen, die sich durch die aktuelle Situation ergeben. Aktuell starten Teams der Organisation in Titeln wie Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO), Hearthstone: World of Warcraft und Dota 2.

Nach Angaben von NAVI befinden sich 90 Prozent der Mitarbeiter immer noch vor Ort in der Ukraine. Manche arbeiten weiter im Esport, andere wie NAVI-Mitgründer Oleksandr “ZeroGravity” Kokhanovskyi kämpfen in der ukrainischen Armee gegen die Invasion Russlands. Aleksey “xaoc” Kucherov selbst hält sich mit einigen Verantwortlichen der Organisation im Ausland auf. Wenige Tage vor dem Angriff Russlands hatte er mit seiner Familie das Land verlassen.

Laut des früheren Counter-Strike-Profis xaoc wäre es sonst für alle NAVI-Mitarbeiter deutlich schwieriger geworden. Was heißt, dass die Organisation nur so ihren Fortgang gewährleisten kann. Doch Normalität gibt es im Angesicht des Krieges nicht mehr: “Viel hat sich verändert, jeder, der arbeiten kann, übernimmt teils andere Aufgaben als bisher”, sagte der NAVI-Verantwortliche.

Fest verwurzelt in Osteuropa

NAVI ist als Esport-Organisation fest verwurzelt in Osteuropa und hat viele Verbindungen nach Russland. Nach Kriegsbeginn hatte die ukrainische Organisation per Statement das Ende der Zusammenarbeit mit der vielfach im Esport tätigen und in Moskau ansässigen Esforce Holding verkündet.

Was die Situation erschwert, ist die Beschäftigung zahlreicher russischer Spieler in den NAVI-Teams. Veranstalter wie BLAST und die ESL haben bereits Startverbote für russische Organisationen, die mit der russischen Regierung in Verbindung stehen, verhängt, gestatten aber russischen Spielern unter neutralem Namen anzutreten. Das betrifft NAVI natürlich nicht.

Aber die verhängten EU-Sanktionen könnten laut des NAVI-CEO Kucherov in Zukunft das Reisen und die Beschaffung von Visa für Russen erschweren. Das betrifft mehrere NAVI-Teams, unter anderem auch die Counter-Strike-Profis Denis “electroNic Sharipov, Kirill “Boombl4” Mikhailov und Ilya “Perfecto” Zalutskiy.

Die Russen spielen Seite an Seite mit den Ukrainern s1mple und Valerii “b1t” Vakhovskyi im CS:GO-Team. Doch s1mple ließ einen Tag nach Kriegsbeginn in einem emotionalen Statement in Katowice wissen, dass seine russischen Mitspieler trotz des Krieges seine Freunde seien.

Nach Angaben von xaoc befänden sich electroNic, Boombl4 und Perfecto aktuell in Russland. Das nächste Turnier von NAVI ist die ESL Pro League in Deutschland, wo das Quintett am 30. März in Gruppe D in den Wettbewerb starten soll.

NAVI steht aufgrund der aktuellen Geschehnisse vor vielen logistischen Problemen. Können alle Spieler planmäßig zu LAN-Turnieren anreisen? Wie steht es um die Sicherheit der Mitarbeiter in der Ukraine? Wo kann die Organisation künftig sicher von einem zentralen Ort aus agieren?

Der Krieg stellt das Leben von xaoc, s1mple und das aller anderen NAVI-Spieler und -Verantwortlichen auf den Kopf. Die Ukrainer sorgen sich zuerst um das Wohlergehen ihrer Familien und Freunde, was aus Statements gegenüber Medien und auf Social-Media-Kanälen deutlich wird. Die Konzentration auf den Esport fällt schwer unter den Eindrücken der russischen Invasion – nicht nur für die NAVI-Familie.

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Fotos: NAVI/ESL

 

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