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Fragwürdige Oberweite und extreme Sixpacks – Übertreiben es die LoL-Macher mit den Klischees?

Dicke Oberarme, stahlharte Sixpacks und knappe Outfits - übertreibt es Riot Games mit den Klischees in League of Legends?

Die Champions aus League of Legends sind bekannt für ihre teilweise vollkommen übertriebene Darstellung. Muskelberge bei den Männern und knappe Outfits bei den Frauen sind keine Seltenheit, doch wieso werden diese Helden immer wieder als Muskelberge oder sexy Femme fatale dargestellt?

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Ebenbild der Community?

Wenn ich mir die männlichen LoL-Champions anschaue, ist es oft so, als würde ich in einen Spiegel schauen. Zwei Meter groß, Waschbrettbauch und Muskeln wie ein griechischer Gott. Nääää, natürlich alles Quatsch! Selbst geschummelt komme ich nur auf 1,79 m Körpergröße, meine Muskeln beschränken sich auf das Bewegen der Maus und das einzig beeindruckende an meinem Bauch ist, dass ich wohl kurz davor stehe, leere Bierdosen damit zerdrücken zu können. Das einzige Sixpack, was ich mit mir rumtrage, ist in handliche 0,5 Liter Flaschen aufgeteilt. Prost!

Von der Statur her könnte ich von Helden wie Taric kaum weiter entfernt sein und obwohl ich mit Waschbärbauch statt Waschbrettbauch wahrscheinlich den durchschnittlichen LoL-Spieler abbilde, gibt es kaum einen Champion in dem beliebten Moba, mit dem ich mich identifizieren könnte. Natürlich mag es den ein oder anderen Spieler geben, der mehr Zeit mit Fitnessstudio und Proteinshakes verbringt als ich damit zu testen, wie viel Schokolade und Chicken Nuggets notwendig sind, um Typ-2-Diabetes zu bekommen. Aber der Großteil der Community dürfte sich wohl eher in meinen Gefilden bewegen.

 

Muskelberge und pralle Brüste

Woher kommen also die Klischees von durchtrainierten Kraftprotzen und spärlich bekleideten Heldinnen in LoL? Aus der Profi-Szene jedenfalls nicht, schauen wir uns männliche Spieler wie Faker, Bjergsen & Co. an, wird schnell klar, dass diese mit Muskelbergen und Waschbrettbäuchen ungefähr so viel gemeinsam haben wie ich mit einem Gladbach-Fan. Ebenso dürfte sich der Anteil an Frauen, die LoL in kurzen Hotpants und endlosen Dekolletés spielen, wohl in Grenzen halten. Mal ganz abgesehen davon, dass so ziemlich jeder weibliche Champion in LoL aussieht wie ein Supermodel und Körbchengröße Doppel-D hat.

Bei genauer Betrachtung ist die Darstellung der Charaktere sowohl männlicher als auch weiblicher, dermaßen überzogen, dass sich eigentlich kein Mensch bei klarem Verstand daran messen sollte. Klar ist jedoch auch, dass Frauen nicht nur in LoL wesentlich häufiger stark sexuell und körperbetont dargestellt werden.

Daher wurde die weibliche Darstellung von Charakteren auch in den letzten Jahren immer wieder angeprangert. Kritikerinnen wie Anita Sarkeesian setzen sich bereits seit über einem Jahrzehnt mit der Problematik auseinander und kritisieren die Spieleindustrie für ihre plakative Zurschaustellung von Frauen.

Das Kuriose an der Debatte: Erst kürzlich kam heraus, dass weibliche LoL-Spieler häufiger auch weibliche Charaktere in LoL wählen. Männer haben hingegen eine ausgeglichene Pickrate zwischen männlichen und weiblichen Champions. Der Fairness halber sollte allerdings auch gesagt werden, dass es die fragwürdige Darstellung von Frauen und Männern nicht erst seit League of Legends gibt.

Darüber, wie viel Einfluss Computerspiele und deren Figuren tatsächlich auf uns haben, darf gestritten werden. Allerdings laufen wir nicht alle durch dunkle Räume, fressen bunte Pillen und glauben dabei von Geistern gejagt zu werden wie Pac-Man einst (Berliner Clubgänger klammern wir hier bewusst mal aus). Hoffentlich werden Entwickler in Zukunft mehr auf ein realistisches Bild ihrer Charaktere achten und diese näher mit ihrer eigenen Community verknüpfen. Ich jedenfalls bin für mehr Champions wie Gragas.


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Bildquelle: Riot Games
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