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Esport vs. Sport – Hier muss die Gaming-Branche aufholen

Der Esport macht im Vergleich zum Sport zunehmend Boden gut. Wir zeigen euch, in welchen Bereichen die digitale Branche noch zulegen muss und wo sie bereits gut mitreden kann.

Konventionelle Sportdisziplinen sorgten bereits lange vor der Entstehung des Esport für sensationelle Zahlen und Rekorde. Unter anderem die amerikanischen Sportligen NFL und NBA haben sich dabei zu einem Mainstream entwickelt. In Europa steht eher der Fußball im Mittelpunkt.

Seit dem Boom im Jahre 2015 kann auch die Esport-Industrie starke Zahlen und einen kontinuierlichen Zuwachs vorweisen. Zusätzlich wendet sich das Blatt durch die Abnahme der Fernsehzuschauerhaft und Zunahme der Nutzung von Streaming-Anbietern weiter zu Gunsten des digitalen Sports.

Zwar ist die Esport-Zielgruppe vom Altersdurchschnitt ein wenig jünger als die des normalen Sports, einige Überschneidungen, vor allem bei der Altersgruppe 20-30, gibt es dennoch. Dies macht den Zweikampf beider Felder umso spannender. Doch wer hat aktuell in welchen Bereichen die Nase vorn?

Der Reichweitenvergleich

In der Sportwelt konnten sich bis heute eine Vielzahl riesiger Events etablieren. Darunter fallen beispielsweise die Olympischen Spiele, die Fußball-Weltmeisterschaft oder die Tour de France, welche regelmäßig ausgetragen werden und weltweit immer wieder mehrere Hundertmillionen Zuschauer aufs Neue begeistern.

An diese Topmarken kommt der Esport noch nicht ganz heran. Klar ist jedoch, dass die zunehmende Nutzung von Streaming- und Online-Angeboten nur ein Vorteil für die zukünftige Entwicklung der Branche sein kann. Auch die Situation rund um das Corona-Virus spielte eher dem Esport in die Karten.

Die Grafik zeigt die meistgeschauten Esport-Events der letzten zwei Jahre aufgeteilt auf die international wichtigsten Esport-Titel. Dabei setzten die League of Legends Worlds 2019 eine Topmarke von fast vier Millionen Zuschauern. Dahinter liegen der Fortnite World Cup 2019 und das Dota 2 The International 2019 an der zwei Millionenmarke. Auch Counter-Strike und Valorant konnten die Millionengrenze überschreiten.

Zuschauer bei NHL-Finalspielen seit 2001. | Bildquelle: Sportsmediawatch

Vergleicht man dies beispielsweise mit Zuschauerzahlen der NHL-Finalspiele auf NBC Sports seit 2001, so wird deutlich, dass vor allem die League of Legends Worlds gar nicht mehr so weit entfernt sind von einem so geschichtsträchtigen Top-Sport-Event. Im 2020er-Direktvergleich lag das Riot-Turnier mit 3,8 Millionen Zuschauern sogar erstmals vorn.

Obwohl der Esport noch nicht in allen Bereichen mit den Sport-Zuschauerzahlen mithalten kann, ist er definitiv gut für die Zukunft gewappnet und auf einem sehr guten Weg.

Umsatz und Wachstum

Die Corona-Krise hat den Sportmarkt für eine ganze Weile zum Stillstand gebracht. Unvorbereitete Vereine und Organisationen ohne ausreichende Einnahmequellen oder Rücklagen kamen so richtig ins Straucheln. Laut einer PwC-Sport-Studie aus dem Jahre 2020 glauben 44 Prozent der befragten Experten, dass sich die Sport-Branche frühestens im Jahre 2023 vollständig erholen wird.

Das Sportwachstum ist durch die Pandemie drastisch gesunken. | Bildquelle: PwC’s Sports Survey 2020

Von einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 8% ist der weltweite Sportmarkt auf lediglich 3,3% abgesunken. Fußball und Basketball sind die Dauerbrenner, die den Sport durch ihr hohes Umsatzpotenzial am Leben halten. Dicht verfolgt werden diese von Sportarten wie Tennis und Golf, welche durchschnittlich performen. Ob und wie gut sich der Sport in Zukunft jedoch erholen kann, ist unklar.

Der Esport hingegen liegt mit fast 15% Jahreswachstum circa fünf Mal so hoch. Im Jahre 2021 wird der Markt erstmalig den Milliarden-Dollar-Umsatz knacken. Die Prognose für das Jahr 2024 sieht einen Anstieg auf 1,6 Milliarden US-Dollar voraus. Die dominierenden Esport-Spiele sind Vertreter aus den Genres der Sportsimulationen, Fantasy oder Shooter.

Am Beispiel Schalke 04 Esports wird deutlich, dass der digitale Sport erfolgreich in das sportliche Konzept eingebunden werden kann und sich langfristig gesehen auszahlt. Das Konzept der Blau-Weißen scheiterte lediglich aufgrund der starken Abhängigkeit vom Fußball. Mehr dazu lest ihr hier.

In Zukunft wird es für den Sportmarkt vor allem wichtig sein, sich mit Themen wie Digitalisierung und Esport stärker auseinanderzusetzten, da diese Faktoren das stärkste Wachstumspotential bieten.

Weitere Informationen und alles rund um die PwC-Marktanalyse findet ihr hier.

Fast 30 Millionen Euro bei Dota 2?!

Bei den unfassbar hohen Gehältern, mit welchen heutzutage in einigen Sportarten gehandelt wird, werden die Preisgelder sehr schnell zur Nebensache. Vor allem im Fußball sind diese eher die Kirsche auf der bereits vorhandenen riesigen Gehaltstorte.

In Disziplinen wie der Formel 1 oder Boxen gibt es für den Weltmeister zumeist Preisgelder zwischen 100 bis 200 Millionen Dollar. Dies liegt vor allem an der Vielzahl von Zuschauern und den damit verbundenen Rundfunkeinnahmen. Auch mit diesen Marken kann der Esport noch nicht ganz mithalten.

Die Trophäe des The International Turniers. | Bildquelle: Valve

Zum diesjährigen Dota 2-Kräftemessen bei der zehnten Ausgabe des The International hat der amerikanische Entwickler und Turnierveranstalter Valve einen Preispool von circa 34 Millionen Euro angekündigt. Voraussichtlich gehen davon circa 15 Millionen Euro an das Siegerteam. Dies bedeutet knapp 3 Millionen Euro pro Spieler.

Diese Zahlen zeigen, dass der Esport teilweise schon mit anderen prestigeträchtigen Sport-Events mithalten kann. So bekommt auch der Sieger des Frauen- und Männer-Finalspiels bei der US Open ein Preisgeld von circa 2,5 bis 3 Millionen Euro.

Zwar sind riesige Preispools wie beim Fortnite World Cup und dem The International Turnier im Esport noch nicht an der Tagesordnung, in Zukunft wird es hier sicherlich aber auch noch weitere Nachfolger geben.

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Bildquelle: Olympic Channel, Riot Games