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Esport-Namen

Esport-Namen, die man kennen muss – NaVi

Schon zwölf Jahre lang gibt es einen Namen, der den Esport in Osteuropa so stark dominiert wie kein anderer: Natus Vincere.

Wir schreiben das Jahr 2009. Kurz vor dem Jahreswechsel löst sich das erfolgreiche ukrainische Counter-Strike Team KerchNET auf.

Mit Unterstützung von Ivan “Edward” Sukharev und Yegor “markeloff” Markelov gründen die drei Spieler Danylo “Zeus” Teslenko, Sergey “starix” und Arsenij “ceh9” Trunozhenko das Team Arbalet UA, dass sich wenig später in Na’Vi umbenannte. Dabei war der Name ursprünglich eine Hommage an den Film Avatar, bevor er die heutige Bedeutung erhielt.

Schon im nächsten Jahr gewann das Team als erstes in der Geschichte die drei größten CS-Turniere der Welt: die Intel Extreme Masters Season IV, den Electronic Sports World Cup 2010 und die World Cyber Games 2010. Dabei besiegen sie auch internationale Favoriten wie SK Gaming (mit Spielern wie Christopher “GeT_RiGhT” Alesund) oder die deutsche Legende mousesports.

Expansion in andere Titel

Beflügelt von dem Erfolg des CS-Teams stellt die Organisation Ende 2010 auch ihr erstes DotA-Roster vor: Artur “Goblak” Kostenko, Oleksandr “XBOCT” Dashkevych, Andrey “Mag” Chipenko, Bogdan “Axypa” Boychuk und “Deff”. Wenig später wechselten Mag und Deff für Danil “Dendi” Ishutin und Ivan “Artstyle” Antonov.

Zum Start von Dota 2 wechseln im Sommer des nächsten Jahres wieder zwei Spieler: Für Goblak und Axypa treten Clement “Puppey” Ivanov und Dmitriy “LighTofHeaveN” Kupriyanov bei. Wenig später zeigte sich, dass das Team damit das richtige Gespür hatte. Beim ersten International, dem größten Esport-Turnier der Welt, zeigten die Neuankömmlinge alle ihre Qualitäten.

So schafften sie es ungeschlagen ins Finale gegen das chinesische Team EHOME. Nach den ersten beiden Runden stand es 1-1, doch die Asiaten hatten scheinbar das Momentum auf ihrer Seite. Um ihnen das Kontern zu erschweren, musste ein ungewöhnliches Manöver her. Dendi nahm also Enigma, den er noch nie zuvor professionell gespielt hatte.

Das Risiko zahlte sich aus. Nachdem es anfänglich schlecht für das Team aussah und Dendi mehrfach starb, kamen sie im Lategame zurück. Eine Kombination aus Artstlyes Tidehunter-Ulti gefolgt von Dendis Schwarzem Loch stellte das Match auf den Kopf.

Mit der zweiten Runde auf dem Konto war der Sieg nur noch Formsache. NaVi wurde zum ersten International-Sieger und nahm eine Million Preisgeld mit nach Hause.

NaVi nach dem Sieg von TI 1
Schon 10 Jahre ist es her – Der Sieg von NaVi beim ersten International aller Zeiten.
Die Jahre nach dem ersten Hype

Die kommenden Jahre liefen in den verschiedenen Spielen extrem unterschiedlich ab: Nachdem 2011 noch drei Spieler des CS:GO-Teams unter den 20 besten der Welt landeten, tat sich das Squad mit dem Wechsel auf Counter-Strike-Global Offensive zunächst schwer.

Mehrere Spielerwechsel folgten. Das Resultat daraus waren Denis “seized” Kostin und Ladislav “GuardiaN” Kovács. Während das Team international immer einer der Favoriten war, blieben die ganz großen Titel aus. Dafür wurde GuardiaN als einer der besten AWP-Spieler der Welt bekannt.

Besser lief es in Dota 2: Auch die nächsten zwei Jahre erreichte das Team das Finale der Weltmeisterschaften. 2012 gelang dem Team im Finale gegen Invictus Gaming dann eine Szene, die Dota-Fans bis heute feiern. “The Play” wurde der unerwartete Team-Wipe getauft, mit dem sich die Ukrainer vor einem Comeback der Chinesen retten konnten.

Für einen Sieg reichte es nach dem 1-1 dann allerdings nicht. 2013 kam dann die deutsche Dota-Legende Kuro “KuroKy” Salehi Takhasomi, der das Team ein Jahr lang unterstütze. Im Finale des dritten International unterlag das Team dann nur knapp mit 2:3 dem schwedischen Team Alliance.

Nachdem das Team dann ein Jahr später bereits im Viertelfinale ausschied, verabschiedete KuroKy sich zusammen mit Puppey in Richtung Team Secret. Für viele NaVi-Fans war das das Ende einer Ära.

Ein ständiges Auf und Ab

Während NaVi nach 2014 in Dota 2 lange keine großen Erfolge feiern konnte, wurde es dafür in CS:GO dafür umso interessanter. 2015 kam als Ersatz für starix Egor “flamie” Vasilev dazu, woraufhin das Team bei der Weltmeisterschaft 2015 im rumänischen Cluj-Napoca direkt den zweiten platz belegten.

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Um endlich die Weltspitze angreifen zu können, sicherte sich die Organisation dann ein Jahr später die Dienste von Oleksandr “s1mple” Kostyliev. Auch aus heutiger Sicht war das die beste Entscheidung, die das Team je hätte treffen können – S1mple räumte die Szene auf.

Bereits einen Monat nach seinem Beitritt gewann Natus Vincere die ESL One: New York 2016, wo s1mple im Halbfinale gegen sein ehemaliges Team Liquid gewann. Nach dem Finale wurde er zum besten Spieler des Turniers gekürt.

Wie sich später zeigen sollte, reichte ein Ausnahmetalent allerdings nicht, um dem Team langfristigen Erfolg zu bringen. So war 2017 kein gutes Jahr für die Ukrainer. Was folgte, waren eine Reihe von Spielerwechseln. Erneut zeigte die Organisation ein Talent für gute Wechsel. Auch Denis “electronic” Sharipov, der zuvor recht unbekannt war, erwies sich als große Hilfe.

Mit seiner Hilfe erreichte das Team beim Major in Boston 2018 wieder das Halbfinale, in London unterlagen sie im Finale dann den Dänen von Astralis. Dafür gewann das Team bei der ESL One: Cologne 2018 im Finale gegen das deutsche Team BIG, den ersten Platz der Asia Championships 2018 und den Sieg bei der StarSeries Season 5. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand dabei weiterhin stets s1mple.

NaVi in den letzten Jahren

2019 war wieder eine ähnliche Flaute wie 2017. Doch dafür gab es wieder Bewegung in der Dota 2-Szene: Mit neuem Roster schaffte es NaVi, sich wieder für The International 2019 zu qualifizieren. Auch wenn das Team beim Main Event früh ausschied, gab es damit immerhin wieder ein Lebenszeichen.

Mit dem neuen Ingame-Leader Kirill “Boombl4” Mikhailov ging es dann auch für diie CS-Division wieder bergauf: Mittlerweile zählt NaVi als eines der besten Teams der Welt. Mit dem Sieg bei dem BLAST Premier: Global Final 2020 ist dem Team der bisher größte Sieg gelungen.

NaVi ist in Counter-Strike: Global Offensive das einzige Team, das bisher bei jedem Major dabei war. Gewonnnen haben sie bisher noch keins. Doch beim 2 Millionen-Major 2021 stehen die Chancen gut. Vielleicht wäre ein Sieg dort auch genug Ansporn, um das Dota-Team wieder auf Vordermann zu bringen.

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Bildquelle: NaVi; Valve

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