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Esport-Förderung gescheitert – Das sagen die Befürworter zur Stellungnahme

Esports-Förderungen werden in dieser Legislaturperiode wohl doch nicht wie versprochen umgesetzt. Warum das so ist und was die Befürworter dazu sagen, mehr dazu hier!

Nachdem auf Nachfrage einer Bundestagsabgeordneten zum weiteren Vorgehen der im Jahr 2018 beschlossenen Förderung des deutschen Esports preisgegeben wurde, dass in dieser Legislaturperiode doch keine weiteren Maßnahmen geplant sind, haben wir ein paar Stimmen der Szene eingefangen.

Besonders im Jahr 2020 wurde deutlich, dass der gesellschaftliche Stellenwert des Gamings und auch des Esports als Unterhaltungsmedium deutlich mehr ist als nur eine Nische.

Warum passierte nichts?

Die CDU/CSU zeigte wieder mal weniger Fingerspitzengefühl bei diesem Thema und ging lediglich auf die Förderungen Sportsimulationen wie FIFA oder PES ein. Ähnlich wie der DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) noch ein Jahr zuvor.

Doch ausschlaggebend für das Ausbleiben war dieses Statement des Innenministeriums:

„Esport kann auch heute schon nach bestehendem Recht gemeinnützig sein“ […] „Die Vereine nutzen dabei regelmäßig die gemeinnützigen Zwecke der Förderung der Jugendhilfe und der Förderung der Bildung.“ Ob Esport als Sport zähle, müsse der organisierte Sport und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden – da der Sport autonom sei.”, so unser Innenministerium.

Mit der fehlenden Unterstützung der Branche könnte Deutschland auf lange Zeit gesehen hinter andere Länder zurückfallen, deren Regierungen den Esport bereits anerkennen.

Ein Auszug aus dem Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode

“Wir erkennen die wachsende Bedeutung der Esport-Landschaft in Deutschland an.
Da Esport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir Esport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der
Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen.”

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Das sagen die Befürworter zur Stellungnahme

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“Wir finden es sehr bedauerlich, dass die eigentlich simplen Ziele der Bundesregierung, die Esports-Förderung in Gange zu setzen, scheinbar doch wieder gescheitert sind. In unseren Augen wäre es dringend notwendig, diesen Unterhaltungs- und Wettkampfs-Zweig weiter zu fördern, denn durch die ausfallende Förderung durch klassische Institutionen fällt die Spielerschaft nicht plötzlich aus. Mit den kommenden Wahlen hoffen wir zutiefst, dass Esport nicht nur als Trend wahrgenommen wird, sondern als Teil der Gesellschaft.”, so der Pressesprecher der Organisation.

Daniel Luther – Esport-Bund Deutschland (ESBD)

“Dem vollmundigen Versprechen des Koalitionsvertrages keine Taten folgen zu lassen, ist ein schweres Versäumnis für die nachhaltige Entwicklung des Esport- und Gaming-Standortes Deutschland. Die Verwässerung und Aufsplittung des Esports in förderungswürdige Sportsimulationen auf der einen und nicht förderungswürdige Spiele auf der anderen Seite, wie der DOSB es vorschlägt, ist für den ESBD inakzeptabel und fernab vom Selbstverständnis der E-Sport-Branche. Auf die Autonomie des Sports zu verweisen, ist gleichermaßen Holz- und Fluchtweg der Bundesregierung, die sich bis auf wenige Ausnahmen nicht für die vielen Millionen E-SportlerInnen zu interessieren scheint.”, betont ESBD-Präsident Daniel Luther.

“Es muss darum gehen, den Anschluss an andere Länder nicht vollends zu verlieren. Das Potenzial ist in Deutschland vorhanden. Die politischen Entscheider sollten den Weg für geeignete Rahmenbedingungen freimachen.”

Monika Lazar – Bundestagsabgeordneten der Grünen

„Absolut enttäuschend“ nennt Lazar die Stellungnahme. „Dass die Bundesregierung trotz der vollmundigen Versprechen des Koalitionsvertrages in Sachen Esport keine weiteren Maßnahmen plant, grenzt an Arbeitsverweigerung. Mit einer einfachen Gesetzesänderung in der Abgabenordnung könne man ehrenamtliches Engagement an der Basis unterstützen”, so die Bundestagsabgeordnete.

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Bildquelle: Twitter, ESBD

 

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