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“Die Meta ist ein bisschen merkwürdig” – Rogue-Profi Trymbi im Worlds-Interview

Rogues Support-Spieler "Trymbi" spricht im Interview mit esports.com über die "Todesgruppe" der Worlds 2021, ihre Ambitionen und wie man als Team in League of Legends zusammenhält.

Hi Tyrmbi, herzlichen Glückwunsch zu eurem ersten Worlds-Sieg und danke für das Interview!

Trymbi: Danke, dass ich hier sein darf!

 

Das letzte Mal als wir Rouge auf der Bühne gesehen haben, seid ihr aus den LEC Playoffs geflogen. Wie hat sich euer Team seitdem verändert?

Trymbi: Es war alles ein großes Hin und Her. Beim Üben waren wir entweder sehr gut oder sehr schlecht. Ich würde sagen, dass wir immer versucht haben das Beste aus den Spielen zu machen. In den letzten zwei Wochen hat das alles ganz gut funktioniert. Außerdem haben wir mit dem Üben schon eine lange Zeit vor unserer Reise nach Island angefangen, weshalb ich glaube, dass wir etwas strukturierter sind. Es fühlt sich jetzt alles etwas gelassener an. Ich glaube wir sind noch mehr zu einem Team zusammengewachsen.

 

Eure Gruppe wird ja auch häufig als “Todesgruppe” bezeichnet, da Damwon KIA und FPX dabei sind. Wie würdest du die Stärke dieser Gruppe einschätzen, jetzt wo die ersten Spiele schon stattfanden?

Trymbi: Die beiden Teams verstehen die Meta sehr gut, insbesondere Damwon. Im ersten Spiel zeigten sie ja, welche Champions ihrer Meinung nach am stärksten sind und konnten FPX vernichten. Ich würde sagen, es wird deutlich, dass Damwon weiß, wie man auf der blauen Seite draften muss.

Ich muss wirklich sagen, beide Teams sind sehr stark. Leider kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen, da wir weder gegen Damwon noch FPX üben konnten. Ihre Mid- und Jungle-Synergie ist aus meiner Support-Perspektive sehr nervig. Aber die anderen Supports selbst sind auch sehr gut. Sie wissen, wie man die Laning-Phase spielen muss und wann es Zeit wird, den anderen Teammitgliedern zu helfen. Das versuchen wir im Spiel dann auch zu bedenken und wollen dementsprechend dagegen vorgehen.

 

Es ist dein erstes Mal bei den Worlds. Wie fühlt es sich an, solch einen Erfolg in so kurzer Zeit zu erreichen?

Trymbi: Um ehrlich zu sein, mache ich mir darüber gar keine Gedanken. Ich weiß nicht wirklich, wie ich es sagen soll. Ich habe deshalb jetzt kein gutes Gefühl oder so. Ich bin einfach sehr froh, dass ich direkt nachdem ich in die LEC gekommen bin, es auch zu den Worlds geschafft habe. Ich glaube, weil ich ein sehr gutes Team habe, ist es etwas einfacher hierher zu kommen. Es gibt schließlich auch sehr viele talentierte Spieler, die es nicht zu den Worlds geschafft haben.

Es ist für mich einfach keine große Sache. Natürlich freue ich mich riesig dabei zu sein, aber eigentlich will ich einfach mein Bestes geben und meinem Team helfen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Es wäre grandios es aus der Gruppen-Phase zu schaffen und somit was Großes zu erreichen, auch wenn alle denken, das sei unmöglich.

 

In deinem Team sind drei Spieler, die bereits letztes Jahr bei den Worlds waren. Glaubst du die Erfahrung ist für euer Team von Vorteil?

Trymbi: Auf jeden Fall! Ich glaube diese drei Spieler und auch unsere Trainer haben ein Gefühl für die Worlds und wissen auch ein wenig wie das ganze aussieht, auch wenn wir nicht so wie letztes Jahr in China sind. Wenn wir dort wären, wäre es vielleicht ein wenig anders. Trotzdem denke ich, dass sie jetzt manche Dinge einfach besser einschätzen können. Dadurch müssen wir uns auch nicht so viele Gedanken machen.

 

Es wirkt als wäre die Meta bei den Worlds ganz anders im Vergleich zu dem, was ursprünglich gespielt wurde. Wie stellst du dich auf die neuen Picks, wie zum Beispiel Nami, ein? 

Trymbi: An sich mag ich es sehr gerne andere Champions zu spielen und herum zu experimentieren. Aber ja, diese Meta ist ein bisschen merkwürdig. Ich glaube, es gab nach den LEC Playoffs drei oder vier Patches vor den Worlds. Also gab es einige Änderungen, die sich manchmal sehr willkürlich anfühlten, aber auch komplett den Spielstil eines Champions änderten. Man musste sehr viel Ausprobieren und Üben, bis man die eigentliche Meta wirklich verstehen konnte.

Wir hatten jede Menge verschiedene Ideen bevor wir nach Island gegangen sind. Ich würde sagen, dass die Meta für uns ganz gut aussieht, auch wenn es für jedes Team schwer ist herauszufinden, was gut und schlecht ist. Durch die ganzen Änderungen war man quasi gezwungen Dinge auszuprobieren. Es kann sehr anstrengend sein, viele neue Champions zu versuchen, während man eigentlich ein effizientes Training haben möchte.

 

In eurem Spiel gegen Cloud9 ging es sozusagen direkt zur Sache. Ihr habt ja leider im Zwei gegen Zwei zu Beginn des Spiels verloren. Wie war der Start für dich?

Trymbi: Wir haben Nami und Lucian gegen Miss Fortune und Yuumi gespielt. Ich glaube wir wären stärker gewesen, wenn wir die ganze Zeit gefightet und nur All-Ins versucht hätten. Dafür muss man allerdings wissen, was sonst noch auf der Karte passiert. Einmal habe ich geflasht, um Miss Fortune zu igniten, aber im selben Moment ist sie weggeflasht. Das war also richtig gut gespielt von ADC “Zven”. Ich hätte damit aber eigentlich rechnen sollen, weshalb es auch einfach ein schlechtes Play von mir war. Unglücklicherweise waren unsere Vasallen dann auch in einer sehr schlechten Position, während wir uns auf die obere Hälfte der Karte konzentrierten. Also war es sehr schwer für uns zu farmen und einfach die Lane zu spielen.

Auch als sie uns dann getötet haben, war das denke ich einfach schlecht von uns gespielt. Einmal wollte ich mich auf der Top-Lane zurückziehen, konnte aber sehen, dass Gnar an Qiyana stirbt. Ich wollte dann meinem Teammitglied helfen, war aber etwas unsicher reinzugehen, was dann dafür gesorgt hat das “Hans sama”, mein ADC, gestorben ist.

Aus der Sicht des Zuschauers waren also sehr viele Bot-Lane Probleme zu sehen. Ich hätte sicher einige davon verhindern können, aber um ehrlich zu sein war ich auch etwas nervös, da es ja auch unser erstes Spiel war. Ich hab also ein bisschen getrollt.

 

Danach konnte Rouge den Spieß ja noch umdrehen, indem ihr fast jeden Team-Fight gewonnen habt. Wie denkst du, konnte es dazu kommen?

Trymbi: Wir sind sehr ruhig und selbstbewusst geblieben, obwohl es erst so schlecht lief. Ich persönlich war immer noch davon überzeugt, wie stark ich bin und wusste wie ich mit meinem Champion umgehen muss, um meinem Team zu helfen.

Ich glaube, manchmal wollte Cloud9 einfach zu viel erreichen. Irgendwie waren sie aber auch dazu gezwungen. Es wurde dann die ganze Zeit nur gekämpft, obwohl wir nicht engaged sind. Im Prinzip wussten wir einfach was wir tun müssen, um das Spiel zu drehen und ließen uns deshalb nicht aus der Bahn werfen.

Danke für das Interview Trymbi und viel Glück in den nächsten Spielen!

 

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Bildquelle: LEC  |  Twitter