Richard "shox" Papillon schaut beim StarLadder Major in Berlin konzentriert auf den Monitor.
19. September 2019
CS:GO

Die Irrungen und Wirrungen des CS:GO-Profis shox

Der französische Counter-Strike-Spieler Richard “shox” Papillon gehört zu den besten seines Landes. Doch nach dem enttäuschenden Abschneiden beim StarLadder Major in Berlin hat ihn sein Team G2 Esports auf die Bank gesetzt. Französche Medien spekulieren, dass shox zu Team Vitality wechseln wird. Dort dreht sich alles um den kommenden Superstar Mathieu “ZywOo” Herbaut. Das könnte zum Problem werden.

Ein Spieler mit den Fähigkeiten von Richard “shox” Papillon wünscht sich jedes Team. Doch das Ego des 27-Jährigen scheint ebenso groß wie sein Können in Counter-Strike. Wie ein roter Faden zieht sich dieser Widerspruch durch die Karriere von shox. Daher überrascht es wieder einmal nicht, dass der CS-Profi vor einem erneuten Team-Wechsel steht.

Angeblich ist Team Vitality an shox interessiert. Doch eine Hürde gibt es: Laut einem Bericht des französischen Esports-Magazins “+1PV” verlangt G2 Esports eine Ablöse von bis zu 700.000 Euro. In der Welt von Counter-Strike ist das eine Menge Geld. Sowohl shox als auch sein Teamkollege Lucky wurden von G2 nach dem Major in Berlin auf die Bank gesetzt, heißt es einstimmig von Medien. Die Franzosen verpassten knapp die Playoffs. Nicht genug also für den Anspruch der Organisation.

Ein streitbarer Charakter

Am Dienstag hatte G2 Esports bekannt gegeben, dass Fabien “kioShiMa” Fiey den Platz von shox einnehmen wird. kioShiMa kostet keine Ablöse und wird mindestens bei der ESL One New York 2019 sowie beim Online-Qualifier für die IEM XIV in Peking antreten. Ein Abschied von shox scheint also wahrscheinlich. Lucky hingegen bekommt weiterhin eine Schonfrist und steht weiterhin im Lineup von G2.

Warum ist shox ein so streitbarer Charakter in der Welt von Counter-Strike? Experten loben die Fähigkeiten des Spielers in den höchsten Tönen. Er kann mit jeder Waffe exzellent umgehen, besitzt eine hohe Spielintelligenz und eine großartige mechanische Technik. Schon in den Anfangstagen von Counter-Strike entwickelte sich shox zu einem hervorragenden Spieler – und war in Counter-Strike Source eine große Nummer. All diese Voraussetzungen nutzt er aber offenbar nicht immer zum Wohle des Teams. “Er will zu viel”, lautet der Vorwurf an shox.

Freundschaft wichtiger als Erfolg

Das meint, dass sich der Franzose schwer in ein Teamgefüge einordnen kann. Anstatt sich auf seine angedachte Rolle in dem Team aus fünf Spielern einzuordnen, versucht er mehrere Rollen zu spielen. Es heißt, er funkt den Ingame-Leadern (IGL) ins Handwerk. Konflikte gab es beispielsweise mit Vincent “Happy” Cervoni Schopenhauer oder Kevin “Ex6TenZ” Droolans.

Zudem nimmt shox den arrivierten AWP-Spielern gerne einmal die Waffe aus der Hand, um selbst den Scharfschützen zu geben. Edouard “SmithZz” Dubourdeaux war über Jahre einer der Leidtragenden. Eben jenen SmithZz, lautet ein anderer Vorwurf, hatte shox über Jahre lang mit durchgeschleppt, obwohl dessen Leistung nicht mehr gut genug waren. Die Freundschaft war shox schlichtweg wichtiger. Das spricht aber zudem für den großen Einfluss, den shox in Teams ausüben kann.

Freilich lässt sich ein Superstar wie Kenny “kennyS” Schrub von G2 die AWP nicht aus der Hand nehmen. Und bei einem möglichen Wechsel zu Team Vitality spielt ZywOo ebenfalls eine AWP, die über jeden Zweifel erhaben ist. Landet shox bei Vitality, könnten also wieder bekannte Konflikte entstehen. Für den Erfolg des Teams sollte shox bei seiner nächsten Station seine Rolle wohl erneut überdenken. Getreu dem Motto: Weniger ist manchmal mehr.

Bildquelle: StarLadder
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