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Das vielleicht schlechteste Spiel aller Zeiten

Das Simulationsspiel Desert Bus gilt als eines der schlechtesten Videospiele, die jemals kreiert wurden. Dabei ist die Geschichte um den unveröffentlichten Titel eher ungewöhnlich.

Videospiele sind so beliebt, weil sie ein unterhaltsamer Zeitvertreib sind. Egal ob actiongeladen, entspannend oder knifflig: Für alle Genres gibt es ein großes Angebot. Was Videospiele jedoch nicht erreichen wollen, ist Langeweile zu erzeugen. Das wohl perfekte Beispiel hierfür ist „Desert Bus“.

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Desert Bus ist ein Fernfahrer-Simulator, in dem ein Busfahrer seinen Wagen ohne jegliche Passagiere quer durch die USA steuern muss. Das mag unter bestimmten Bedingungen interessant klingen, doch realistische Echtzeitfahrten durch die trostlosen Einöden der Staaten sind an Geradlinigkeit und Langeweile kaum zu überbieten. Es passiert nichts nebenbei. Es gibt nur eine simple Strecke, die es zu fahren gibt.

Mit Tempolimit auf gerader Strecke

Im Spiel geht es konkret darum, in Echtzeit von Tucson, Arizona, zur Casinometropole Las Vegas zu fahren. Das Tempolimit beträgt 45 mph, umgerechnet 72 Kilometer pro Stunde. Diese Fahrt dauert knapp acht Stunden auf einer geradlinigen Strecke, um an das Ziel zu kommen. Es gibt keinen Gegenverkehr, keine Interaktionen mit anderen Menschen. Nicht einmal eine Pause ist möglich.

Eigentlich könnte der Bus selbständig per Tempomat fahren, wenn es nicht einen Haken geben würde. Der Spieler muss die leichte Rechtsbewegung des Busses immer wieder selbst korrigieren. Tut er das nicht, landet der Bus neben der Straße und die ganze Fahrt muss von vorne begonnen werden. Also muss sich der Fahrer acht Stunden lang darauf konzentrieren, nicht von der Bahn zu geraten, um auch am Ziel anzukommen – eine Menge Konzentration für eine staubtrockene Angelegenheit in der Wüste.

Über Umwege zur Bekanntheit

Der Simulator Desert Bus sollte als ein Teil der Spielesammlung „Penn & Teller‘s Smoke and Mirrors“ sein. Dieses ist ein satirisches Videospiel mit Minigames, entwickelt von den Illusionisten Penn und Teller. Es sollte sich gegen die Kritiker der Videospiele-Industrie richten und in den 90er-Jahren für Sega CD veröffentlicht werden. Doch die Spielesammlung kam nie in den Verkauf. Laut einem Bericht von Newyorker.com kamen nur wenige Review-Kopien in die Hände von Journalisten und dadurch in die Öffentlichkeit. Darauf wurde Desert Bus zu einem Hit für kuriose Spiele.

Desert Bus gibt es seit November 2017 auch als VR-Version von Entwickler Dinosaur Games. Das Spiel ist kostenlos auf Steam spielbar. Für November 2021 steht ein neues Charity-Event an. Mit der Aktion „Desert Bus for Hope“ wurde vergangenes Jahr über eine Million US-Dollar für den guten Zweck gesammelt, um Kindern in Krankenhäusern mit Videospielen zu unterhalten. Gar nicht so schlecht für einen Simulator, der von einigen US-amerikanischen Journalisten und Videospielkritikern als langweiligstes und schlechtestes Spiel aller Zeiten betitelt wird.

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Bildquelle: Dinosaur Games/Gearbox Software, LLC

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