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5 Gründe, warum VALORANT CS:GO den Rang abläuft | BMW Esports Boost Follow Up

VALORANT sorgt seit 2020 für Furore in der Esport-Szene. Riots erster Shooter könnte den bisherigen Platzhirsch CS:GO bald verdrängen.

Lange Zeit galt Counter-Strike: Global Offensive als DER Shooter der Esport-Branche. Kein anderer FPS-Titel konnte bislang an die weltweiten Erfolge des Valve-Spiels herankommen. Mit dem Release von VALORANT im vergangenen Jahr hat Riot Games allerdings einen Konkurrenten auf den Markt gebracht, der CS:GO das Wasser reichen kann.

Für viele in der Branche gilt das Spiel schon jetzt als der neue Stern am Esport-Himmel. Das hat mehrere Gründe.

Grund 1: Neuer Look, altes Spielprinzip

Den Grundstein für den Erfolg legte der Publisher bereits in der Entwicklung des Spiels mit einer einfach Formel: Eine bekannte, unkomplizierte Spielmechanik trifft auf einen frischen Look. Riot erfand das Genre Shooter nicht neu, sondern orientierte sich an etablierten Vertretern wie CS:GO oder Overwatch.

Auch in VALORANT treffen zwei Teams mit jeweils fünf Spielern aufeinander. Das eine Team muss in der Mitte der Map den Spike platzieren, das andere muss versuchen, dies zu verhindern. Eine CS:GO-typische Spielmechanik. Während Valves Erfolgstitel aber auf ein reales Setting mit Terroristen und Antiterroreinheit setzt, baut Riot auf einen eher comichaften Look mit fiktiven Agenten. Das Overwatch-Prinzip.

Man könnte also sagen, VALORANT ist eine Mischung aus Taktik- und Helden-Shooter. Dieser Mix und die vertraute Mechanik machen das Spiel vielen Shooter-Fans zugänglich.

 

Grund 2: Profis lieben VALORANT

Nicht nur Hobby-Gamer können mit VALORANT was anfangen. Im Zuge der Closed Beta im Frühjahr 2020 durften auch viele Esportler das Spiel testen – mit größtenteils positivem Feedback. Das Potenzial des Shooters blieb so auch großen Organisationen wie 100 Thieves, BIG oder Fnatic nicht verborgen, die schnell neue Roster aufstellten.

Das sorgte für Bewegung in der Szene. Vor allem CS:GO-Spieler fassten einen Neustart in VALORANT ins Auge, darunter auch bekannte Gesichter wie Hiko, nitr0 oder ScreaM. Auch Tyson “TenZ” Ngo wechselte den Shooter und gilt inzwischen als einer der teuersten Esportler der Welt.

Die Wechselwelle gab VALORANT einen großen Push und machte das Spiel von Beginn an zu einem wichtigen Mitspieler im Esport-Getümmel.

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Grund 3: Riot kann Esport

Dafür sorgte nicht zuletzt auch Riot Games. Dass der Publisher große Esport-Titel kann, zeigte er bereits bei League of Legends. Das Spiel sorgt auch knapp 12 Jahre nach Release noch immer für Rekordzahlen. 2019 schauten beim Halbfinale der World Championship, kurz Worlds, zwischen T1 und G2 Esports 3,9 Millionen Fans online zu. Davon können manche TV-Übertragungen nur träumen.

Sämtliche LoL-Events sind außerdem perfekt organisiert, selbst während der Pandemie. Von der Moderation bis hin zur technischen Umsetzung ist alles professionell umgesetzt. Das merkt man den Übertragungen auch an – und davon profitiert auch VALORANT.

Riot hat den Teams genug Zeit gegeben, sich mit dem Spiel vertraut zu machen und bewusst für 2020 keine offiziellen Turniere geplant. Die Profis konnten sich vielmehr auf Events wie der Ignition Series einspielen und der Publisher hatte genug Zeit, eine passende Turnierreihe auf die Beine zu stellen. Die 2021 gestartete Champions Tour bietet ein spannendes Konzept mit vielen Top-Teams, die auf das große Champions-Event am Ende der Saison hinarbeiten.

Grund 4: Zuschauerzahlen boomen

Das Profi-Geschäft ausbauen ist das eine, Fans bei der Stange halten das andere. Und auch hier zahlt sich Riots LoL-Erfahrung aus. Bereits in der Beta-Phase betrieb das Unternehmen erfolgreiches Marketing. Zwar handelte es sich um eine Closed Beta, aber große Esportler, Streamer und Content Creator, die Zugang zum Spiel hatten, durften auf Twitch VALORANT-Keys verteilen.

Das sorgte für einen rasanten Anstieg der Zuschauerzahlen auf der Streamingplattform und eine riesige Spielerschaft. Laut Riot Games waren alleine während der Beta rund drei Millionen User täglich aktiv.

Zwar flachten die Zuschauerzahlen durch die Abwesenheit von großen Turnieren gegen Ende 2020 etwas ab, dafür kann die Champions Tour nun umso mehr punkten. Offizielle Zahlen zeigen einen regelrechten Boom mit bis zu 750.000 Zuschauern. Das liegt auch an Riots Co-Streaming-Konzept auf Twitch, das bereits die strauchelnde LCS wieder zum Laufen brachte. Hier schauen ausgewählte Streamer mit ihrer Community Matches und sorgen so für Aufmerksamkeit.

Grund 5: Sponsoren steigen ein

Shooter und Sponsoren – das ist so eine Sache. Das Genre ist nach wie vor negativ behaftet, vor allem CS:GO wird in der Gesellschaft immer noch mit Amokläufen und Terroranschlägen in Verbindung gebracht. Das schreckt viele Unternehmen ab, in die Titel zu investieren. Shooter sind allerdings ein wichtiger Teil des Esports, auch das ist den Sponsoren bekannt. Die Einstiegshürde ist trotzdem hoch.

Wenn es um Shooter geht, agieren Unternehmen eher ängstlich.

Das erklärte JMR Luna, CEO von OG Esports, beim BMW Esports Boost. Auch Pia Schörner, Head of BMW Esports der BMW Group, konnte das bestätigen: “Wir sind hier sehr vorsichtig.” VALORANT scheint allerdings eine Ausnahme zu sein, denn BMW ist inzwischen mit eigenen Teams in die Szene eingestiegen. Aber warum gerade VALORANT?

Es gibt Shooter und Shooter. Wir haben die klassischen Red Blood-Shooter wie CS:GO und Call of Duty. Auf der anderen Seite gibt es die Fantasy-Shooter, sozusagen ohne Blut – das ist VALORANT. Wir haben hier die große Chance gesehen, in das Segment einzusteigen

Allein die Realitätsferne sorgt also dafür, dass Sponsoren den Titel als angenehmer empfinden. Das Image der Marke leidet in vielen Augen offenbar weniger darunter als bei einem Einstieg in CS:GO. Und genau das dürfte VALORANT in Zukunft einen entscheidenden Vorteil bringen. Denn durch die niedrigere Einstiegshürde wird der Shooter auch in der Business-Welt verbreitet. Der Konkurrenzgedanke wird dadurch wachsen. Mehr Unternehmen werden investieren, es wird mehr Geld fließen.

CS:GO wird hier über kurz oder lang wohl den Kürzeren ziehen.

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Bildquelle: Valve, Riot Games