14. Februar 2020
FIFA

Bayerischer Fußballverband startet eigene FIFA-LIGA

Wer ist Bayerns bester FIFA-Spieler? Das will der BFV herausfinden und startet deshalb dieses Wochenende den Spielbetrieb in der eFootball League. 36 Sportvereine aus Bayern kämpfen an 17 Spieltagen in einer Nord- und Südstaffel um 8 Playoff Spots. Für die FIFA-Spieler aus Bayern geht es um mehr als 1.000€.

Der bayerische Fußball-Verband weitet seine Strukturen im Esport-Bereich aus. Nach den BFV eSports Cups, der PES eFootball.Pro League und den PES Open Cups, rollt der virtuelle Ball jetzt auch in der ersten bayerischen FIFA Liga. Die Spieltage finden jeden Sonntag um 19 Uhr statt. Jeder Sportverein aus Bayern hatte die Chance sich zu qualifizieren. Damit ist Bayern das erste Bundesland, das eine dauerhafte FIFA-Liga auf Landesebene etabliert.

Das Spielsystem
  • Ligasystem – einmal jeder gegen jeden
  • PlayStation 4
  • 85er-Modus
  • Kader: 3 bis 5 Spieler
  • 17 feste Spieltage
  • Zwei Bayernligen (Nord/Süd á 18 Vereine)
  • 2 Einzelpartien pro Spieltag
  • großes Offline-Finale der Top 8
  • Einzelne Spieltage bei Vereinen vor Ort
  • Übertragung: www.bfv-esports.de
Bildquelle: BFV

In zwei Bayernligen (Nord- und Südstaffel) treten an 17 Spieltagen jeweils 18 Vereine in FIFA 20 auf der PlayStation 4 gegeneinander an. An jedem Spieltag werden zwei 1v1 Partien ausgetragen. Ein Sieg bringt drei, ein Unentschieden einen und eine Niederlage null Punkte. Die besten vier Teams aus jeder Staffel qualifizieren sich für das Offline-Finale, wo dann Bayerns beste Vereinsmannschaft ermittelt wird. Pro Mannschaft können drei bis fünf Spieler gemeldet werden, die gültiges Mitglied in ihrem Verein sein müssen. Vier Highlight-Spieltage sollen bei Vereinen vor Ort stattfinden.

Wie in der Virtual Bundesliga wird auch in der bayerischen Landesliga im 85er-Modus gespielt. Das System sorgt für einen fairen Spielablauf, denn alle Spieler haben auf beiden Seiten auf jeder Position exakt die selben Werte.

Die Teilnehmer

Die Teams sind ein bunter Mix aus Sportvereinen aus ganz Bayern. Fußballer aus der Kreisklasse A bis zur Regionalliga messen sich in der Fußball-Simulation FIFA. Wenn in der Südstaffel der VfR Garching aus der Regionalliga Bayern (vierthöchste deutsche Spielklasse) auf die Türk Spor Hausham aus der Kreisliga B trifft, dann sind die Profisportler aus Garching nicht unbedingt im Vorteil. Schließlich zählt hier nur der Skill an der Konsole und nicht, wer aufgrund seiner Pferdelunge 90 Minuten über den Rasen heizen und den Gegner schwindelig spielen kann.

Nordstaffel

In der Division Nord spielt unter anderem der TSV Oettingen 1861. Die Schwaben aus der Kreisliga Nord sind eines der wenigen Teams mit erfolgreicher Esport-Vergangenheit. Sie hatten im vergangenen Sommer die BFV eClub Championship gewonnen.

Auch der SV Seligenporten wird dem ein oder anderen, der sich in der “echten” Fußballwelt auskennt, ein Begriff sein. Die Oberpfälzer spielten bereits in der Regionalliga und zogen 2007 in die Hauptrunde des DFB-Pokals ein, wo sie auf den DSC Arminia Bielefeld trafen. Ob sie diese nationalen Erfolge auch in FIFA 20 reproduzieren können, zeigt sich spätestens am Sonntag. Dort trifft das Team auf die Kicker und Gamer vom Kreisklasse B7 Team des ASV Fronberg. Das “ungleiche” Duell zeigt direkt am ersten Spieltag, ob höherklassige Fußballvereine auch virtuell die Nase vorne haben.

Alle weiteren Teilnehmer findet ihr auf Twitter und der Website des BFV.

Südstaffel

Der Landesligist SpVgg Kaufbeuren ist nominell das fußballerische Highlight in der Südstaffel. Er trifft schon diesen Sonntag an Spieltag Nummer eins auf den FC 1928 Augsburg-Hochzoll aus der B-Klasse Augsburg. Die weiteren Teilnehmer gibt es auf Twitter.

In Sachen Esport sind fast alle Teilnehmer aus beiden Staffeln unbeschriebene Blätter. Es bleibt abzuwarten, auf welchem Niveau sich die Teams einpendeln. Da es aber insgesamt um 1.000€ Preisgeld, einige Sachpreise und den Ruhm, Bayerns bestes FIFA-Team zu sein, geht, werden alle Spieler mit Ehrgeiz bei der Sache sein. Und wer weiß, vielleicht gibt es demnächst schon die ersten Erfolgsstories der eFootball League Bayern – aus der Kreisklasse in die Virtual Bundesliga?!

Bayern als Vorbild – wenige Esport-Landesligen

Obwohl man es kaum erwartet, ist das konservative Bayern einer der Vorreiter, was den Esport auf Landesebene angeht. Wie am Anfang erwähnt, baut der Fußballverband des Freistaates sowohl in FIFA als auch in PES richtige Ligastrukturen auf. Diese werden auf Dauer nötig sein, um den Esport gesellschaftsfähig zu machen.

„Die Einführung der ‚BFV eFootball League‘ ist der nächste logische Schritt unserer Bemühungen, über den virtuellen Kick noch mehr Menschen für den Fußball zu begeistern. EFootball birgt ein enormes Potenzial, von dem auch Amateurvereine profitieren können – davon bin ich überzeugt“, erklärt BFV-Vizepräsident Robert Schraudner, der im Präsidium des bayerischen Fußballverbandes für das Thema eFootball zuständig ist.

Fragt doch mal, sofern ihr aus Bayern kommt, bei euren Vereinen an, ob ihr nicht nächste Saison zusammen mit euren Kicker-Kumpeln an den Qualifikationen teilnehmen könnt.

Ähnliche Strukturen gibt es bislang nur in Berlin. Dort gibt es seit 2019 einen eLiga Betrieb in Fifa. In NIEDERSACHSEN & Schleswig-Holstein wurden über einige Wochenenden eigene Landesmeisterschaften ausgetragen. Allerdings mussten die Spieler dafür nicht in einem Sportverein organisiert sein und die Turniere waren einmalige Projekte, ohne fortlaufenden Ligabetrieb.

Was sagt ihr zu Entwicklung im Esport in Deutschland? Wünscht ihr euch mehr Ligen auf Landesebene oder bieten für euch nur nationale und internationale Meisterschaften einen Reiz? Könnt ihr euch eine Esport- oder FIFA-Abteilung bei euch im Verein vorstellen? Wie ist die Meinung dazu in euren Sportvereinen? Lasst es uns auf den sozialen Medien wissen!

Bildquelle: BFV

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