1. Oktober 2018
Hearthstone

Baku – Das Ungerade Problem von Hearthstone

Wir haben nun zwei Sets hinter uns, seit Genn und Baku veröffentlicht wurden und sie dominieren die Ladder. Gibt es mit dem Design der Mondschlingerin ein größeres Problem?

Die Enthüllung von Baku der Mondschlingerin und Genn Graumähne wurde von Begeisterungsstürmen begleitet. Sicher gab es seitdem eine Menge Wortspiele zu dem „even odder’ Meta, aber wir haben ebenfalls vorhergesagt, dass die beiden Karten einen Langzeiteinfluss auf das Meta haben werden. Wie es scheint, lagen wir mit unserer Vorhersage goldrichtig. Ja, die beiden Archetypen haben sich im Metagame festgebissen, aber dennoch Raum für den Jade Druiden, den Cube Wock und den Quest Rogue gelassen. Jedoch ist die massive Prominenz von Baku ein wenig zu überwältigend und hat sogar einen Effekt auf die anderen Archetypen. Schauen wir es uns einmal im Detail an.

Auf Baku konzentrierte Odd Decks fanden, selbst vor dem Release vom Hexenwald ihren Platz. Ein Odd Warrior Build, welches in einem Ankündigungsvideo der Entwickler gezeigt wurde, wurde perfektioniert und ausführlichst seit Tag 1 gespielt. Genn hatte ebenfalls seine Präsenz, aber er konnte nie aus dem Schatten der Mondschlingerin treten und ist kaum eine Bedrohung. Gibt es also ein Problem?

Nun, ja und nein.

Wir hatten erwartet, dass die Gerade-Ungerade Geschichte für ein paar Monate gut funktioniert, aber neue Erweiterungen kommen auch mit einer Menge neuer Karten und Archetypten. Jedoch passierte dies nicht mit Dr. Bumms Geheimlabor. Die neuen Karten, so wie Dr. Bumm, Mecha’thun und die Kichernde Erfinderin, waren neu, frisch, spaßig und brachten nette Builds, waren aber nie eigene Archetypen. Stattdessen fanden sie gute Plätze in bereits existierenden Decks und verstärkten diese. Naja, bis auf Mecha’thun, aber niemand erwartete ernsthaft, dass er es in Tier 1 schaffen würde.

Das Problem mit Baku ist, dass sie extrem effizient und selbstständig ist. Zuerst sah es so aus, als wäre der Verlust der halben Sammlung genug, um den massiven Boost der Heldenfähigkeit, den Baku gewährt, auszugleichen. Einige Monate später, kann man nun sicher sagen, dass dies nicht der Fall ist. Nur Ungerade Karten zu haben, bietet immer noch genug Auswahl und die interne Konsistenz ist immer noch da, während die verstärkte Heldenfähigkeit ein unbestreitbar massiver Vorteil in jedem Spiel ist.

Und deshalb haben wir ein Problem zu lösen. Etwas, was mit 100% Sicherheit jedes Mal passiert, ist gegen den Geist eines Kartenspiels und es macht keinen Spaß, dagegen zu spielen. Und wo wir gerade beim Thema sind, scheint es Wert zu erwähnen, dass es eine zweite Sache gibt, die die Community schon viel zu lange belästigt – die Questkarten Un’Goro, speziell der Quest Schurke.

Blizzard versuchten den Schurken bereits mehrfach zu nerfen, aber er taucht immer wieder auf. Ob ein Diener nun 5/5 oder 4/4 ist, macht keinen Unterschied, wenn wir über eine unaufhaltsame Armee dieser sprechen. Was das Ganze noch schlimmer macht ist, dass es eine nicht-interaktive Mechanik ist, die nicht verlässlich vom Gegner gestoppt werden kann. Wie oft sahen Spieler Valeera und gaben das Spiel in der Hoffnung auf, gegen jemand anderes zu spielen? Dies ist nie ein gutes Zeichen in einem Spiel.

Sicherlich sind Mecha’thun Builds ebenfalls wenig interaktiv und praktisch ein garantierter Sieg in einem Control Matchup, aber wenigstens kann man ihn durch einen Aggro- oder Midrangemix besiegen. Beim Quest Schurken ist dies nicht der Fall.

Ja, Baku und Genn sind tolle Karten, die die Spieler für gutes Deckbuilding belohnen, ohne zu viele Gedanken oder Erfahrung dahinter zu verlangen (toll für Neulinge!), sie sind einfach zu gut für die Gesundheit des Spiels. Der Fakt, dass eine gesamte Erweiterung sie nicht entthronen konnte, ist Beweis genug.

Nun, es ist niemals nur Untergang und Finsternis. Ganz im Gegenteil. Das Dr. Bumm Meta ist das vielfältigste, wenn es um Decktypen geht, das wir in Jahren gesehen haben, wenn nicht sogar überhaupt. Es macht Spaß und die Hearthstone eSports erreichen, in Sachen Zuschauererlebnis, ständig neue Höhen.

Bald findet die BlizzCon statt und es wird Zeit, dass die dritte Erweiterung des Jahrs des Raben enthüllt wird. Hoffen wir, dass diese eine neue Würze bringt und diese wundervolle Vielfalt nicht zerstört.

Bis dahin, bleibt fair und nutzt Baku nicht zu übermäßig. Und bei aller Liebe, bitte spielt nicht den Quest Schurken. Gut gespielt!

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