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DIE SCHLECHTESTE HEARTHSTONE KLASSE

Nach Nikola Petrov Hearthstone 02 Apr 2018 43 views

Hat das Spiel überhaupt eine schlechteste Klasse und warum ist es der Schamane? Schauen wir uns mal das Metagame an.

Obwohl es niedlich ist, ist Hearthstone ein komplexes Spiel. Mit so vielen Karten im Spiel und Neuerscheinungen alle paar Monate ist so etwas wie eine perfekte Balance und gleiche Siegquoten ein Ding der Unmöglichkeit. Und das ist eigentlich auch in Ordnung. Wenn das Spiel allerdings von zwei Decks dominiert wird, haben wir ein Problem. Wenn das Spiel eine gleichmäßige Verteilung der Archetypen zwischen vier, fünf oder sechs Klassen hat und ein bis zwei aus dem Raster fallen, dann geht das in Ordnung.

Ich erinnere mich an ein Interview mit Designer Ben Brode vor dem Release von “Eine Nacht in Karazhan, in dem es um eine recht kontroverse Karte ging – Läutern. Zu dieser Zeit wurde der Priester als schlechteste Klasse in Hearthstone angesehen. Ja, stellt euch das vor! Nun, das Spiel war damals anders.

Damals hatten Priester kein eigenes Gimmick. Er stahl Karten, aber der Jäger konnte das besser. Er heilte, aber dies war die Spezialität des Paladins. Er zog die Partie in die Länge, aber dies war die Domäne des Magiers. Und dann kam Läutern und machte die Spieler noch wütender, da es eigentlich genau das Gegenteil von dem war, was sie so dringend brauchten. Brode erwähnte, dass sie während der Test einen großartigen Priester Build fanden und damit begann die “Jagd nach dem Einhorn”. Das Einhorn ist der allmächtige Priester der Legende, von dem noch niemand bisher gehört hatte. Nun, das Einhorn wurde nicht wirklich gefunden, aber Raza der Gefesselte kam dann eine Erweiterung später und mit der Hilfe weiterer Puzzleteile wurde der Priester dann ein gefürchteter Gegner, der einen festen Platz im Arsenal eines jeden Profispielers hat.

Wieso rede ich hier so viel über den Priester und im Hintergrund ist ein Murloc zu sehen? Nun ... hauptsächlich, weil der Schamane der neue Priester ist!

Schaut euch einmal folgendes Diagramm an, welches Cresmos in einem Tweet zur Verfügung stellte:

 

The vier großen Decks – Paladin, Priester, Magier und Hexenmeister sind in 75% aller gespielten Decks präsent. Und wir sprechen hier über die HCT, also haben wir hier akkurate Werte aus den höchsten Hearthstone Sphären. Der Schamane ist ebenfalls zu sehen, stellt hier aber nur eine Turnierpräsenz 0.47% dar. Das ist ein Riesenunterschied. Warum ist das nun so? Hier sind ein paar der Gründe:

Die Hauptfeatures der Klasse

Die Klassen sind unterschiedlich aufgebaut, das ist der Sinn und Zweck des Ganzen. Einige Klassen haben klare Ziele – der Jäger ist aggressiv, der Paladin mag Diener. Andere Klassen haben jedoch aufwendigere Mechaniken – der Hexenmeister muss gleichzeitig seine Hand und seine Gesundheit sehr sorgfältig beobachten und der Schamane muss auf seine Spielreihenfolge und auf seine Ziele achten.

Zufall

Ja, wir sprechen über Hearthstone, welches in mehr als einer Art ein Glücksspiel ist. Aber diese Zufälligkeit nimmt beim Schamanen exzessive Züge an, viel mehr als bei anderen Klasen. Seine Heldenkraft basiert auf Zufall und Glück und darauf basieren ebenfalls seine Entfernungszauber. Diese Zufälligkeit ist etwas, von er sich die Profis fernhalten.

Power creep

Ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber Power creep existiert und hat einen großen Einfluss auf das Spiel. Erinnert ihr euch, wie Dr. Boom automatisch in fast jedem Deck war? Sollte er jetzt zurück in Standard kommen, werden die meisten Decks keinen Platz dafür verschwenden, so weit sind die Dinge mittlerweile. Power creep ist vor allem für den Schamanen schlecht, da sein Schlüsselattribut – Überladung – ein Nachteil bei sonst starken Karten ist, die von der Erweiterung herabgesetzt wurden. Wenn die Dinge weiterhin so laufen, dann werden wir, über kurz oder lang, sogar noch weniger von Thrall in der Taverne sehen.

Das Fehlen von Unterstützung

Die Spieler streiten sich seit der Beta darüber, was beim Schamanen stark und was überbewertet ist. Al’Akir der Windlord war schon immer eine kontroverse Karte, obwohl Blizzard konstant sagt, dass er, nach seinen Statistiken, eine gute Karte ist und eine positive Siegesrate hat. In den letzten Erweiterungen erhielt der Schamane eher biedere “Bomben” Karten, die keinem bestimmten Build auf ein Toplevel gehoben haben.

Wegen des Designs

Erinnert euch, die Gamedesigner wollen eine “schlechteste Klasse” im Spiel haben und sas ist auch gut so. Sie haben das Buch des Großvaters aller Kartenspiele, „Magic: The Gathering“, gelesen, in dem Lead Designer Mark Rosewater mehrfach darlegte, dass schlechte Karten mit Absicht gedruckt werden. Dies aus dem Grund, dass die Spieler die guten Karten benennen können und damit ihre Fähigkeiten im Deck-Building verbessern können.

Große Pläne für die Zukunft

Man sollte das Licht am Ende des Tunnels sehen. Der Fakt, dass der Schamane heute schlecht ist, muss nicht bedeuten, dass er immer schlecht ist – schaut euch nur das Anduin-Beispiel aus dem Artikel an. Das Meta ändert sich mit jedem neuen Kartenset und was heute Müll ist, kann morgen, nur durch ein paar neue Karten, Imba sein. Laut den letzten Spoilern für das neue Set, ist der Schamane die einzige Klasse, die eine neue Heldenkarte bekommt – und diese ist sehr stark. Mit der richtigen Unterstützung stehen die Chancen gut, dass wir den Hexenschamanen unter den starken Archetypen des Spiels sehen. Und wir wissen das wirklich zu schätzen.

Der einstmals stolze Häuptling der Horde (und sein zweifelhafter, kleiner Kollege) verdienen Besseres.

Lok’tar ogar!

 

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